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20.05.2026
16:55 Uhr
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Ukraine verstärkt Truppen +++ Luftalarm in Litauen: Staatsspitze in Schutzräume gebracht +++ Putin und Xi betonen bei Treffen enge Beziehungen +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Litauens Präsident nennt Luftalarm „wichtige Lektion“Litauens Präsident Gitanas Nauseda hat den durch eine mutmaßliche Drohnenbedrohung ausgelösten Luftalarm in der Hauptstadt Vilnius als „wichtige Lektion“ für Bürger und Institutionen im Umgang mit Sicherheitsrisiken bezeichnet. „Wir müssen sie uns gut einprägen“, sagte das Staatsoberhaupt des baltischen EU- und Nato-Landes dem litauischen Fernsehen. Nauseda rief die Bevölkerung dazu auf, Warnungen ernst zu nehmen und verantwortungsbewusst zu handeln. Grund zur Überreaktion und Panik bestehe aber nicht. Nach Angaben von Nauseda hat das Warnsystem nach dem Drohnenalarm wie vorgesehen funktioniert. Allerdings habe es Unstimmigkeiten in der Reaktion verschiedener Institutionen gegeben habe. Auch seien manche Notunterkünfte unzugänglich gewesen. Daraus müssten Schlussfolgerungen gezogen werde, sagte der litauische Staatschef. Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu weiteren Drohnenvorfällen komme, steige und bleibe auch künftig hoch.
Tote durch nächtliche DrohnenangriffeBei neuen gegenseitigen Angriffen sind in Russland und der Ukraine in der Nacht Behördenangaben zufolge mehrere Menschen getötet worden. In der russischen Stadt Sysran in der Wolga-Region Samara kamen dem dortigen Gouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew zufolge zwei Menschen bei einem Drohnenangriff ums Leben. In der rund 1000 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernten Stadt befindet sich eine große Ölraffinerie, die bereits mehrfach von der Ukraine attackiert wurde. In der russischen Grenzregion Belgorod wurden den Angaben zufolge zudem drei Menschen bei Drohnenangriffen verletzt. In der Ukraine meldeten die Rettungsdienste zwei Tote sowie mehrere Verletzte nach russischen Angriffen auf die Regionen Tschernihiw und Dnipropetrowsk.
Merz setzt sich für EU-Sonderstatus der Ukraine einFriedrich Merz (CDU) will der Ukraine einen Sonderstatus als „assoziiertes Mitglied“ der EU anbieten. In einem Brief an die EU-Spitzen plädiert der Bundeskanzler dafür, die Verhandlungen über einen EU-Beitritt des Landes in allen Themenbereichen zu öffnen, wie F.A.Z.-Korrespondent Thomas Gutschker berichtet.
London: Russische Kampfjets fingen britisches Aufklärungsflugzeug „gefährlich“ abZwei russische Kampfjets haben britischen Angaben zufolge im vergangenen Monat über dem Schwarzen Meer ein britisches Aufklärungsflugzeug „mehrfach und gefährlich“ abgefangen. „Dieser Vorfall ist ein weiteres Beispiel für das gefährliche und inakzeptable Verhalten russischer Piloten gegenüber einem unbewaffneten Flugzeug, das im internationalen Luftraum operiert“, sagte der britische Verteidigungsminister John Healey laut einer Erklärung seines Ministeriums am Mittwoch. „Dieser Vorfall stellt ein ernsthaftes Risiko für Unfälle und eine Eskalation dar“, fügte Healey hinzu.
Prokopenko erinnert an Schicksal von Gefangenen Der Kommandeur des 1. Korps Asow, Denis Prokopenko, hat in sozialen Medien an das Schicksal der zahlreichen ukrainischen Kriegsgefangenen erinnert, die seit mehreren Jahren in Russland gefangen gehalten werden. Er selbst wurde bei der Eroberung Mariupols zunächst gefangengenommen, kam später aber durch einen Austausch frei.
Irankrieg: Großbritannien lockert Sanktionen auf russisches ÖlUnter dem durch den Irankrieg entstandenen Energiepreisdruck lockert Großbritannien die Sanktionen auf russisches Öl. Die britische Regierung erlaubt auf unbestimmte Zeit den Import von Flugzeugtreibstoff und Diesel, der in Drittländern aus russischem Öl raffiniert wurde. Die Maßnahme soll Regierungsangaben zufolge stetig überprüft werden.Premierminister Keir Starmer sagte am Mittag im Parlament, die Maßnahme sei Teil eines „starken, neuen Sanktionspaketes\" – und deshalb in seinen Augen keine Lockerung. Es gehe „keineswegs darum, bestehende Sanktionen aufzuheben“, die Regierung werde weiterhin mit den Verbündeten an weiteren Paketen arbeiten, sagte Starmer.Oppositionsführerin Kemi Badenoch übte deutliche Kritik. Sie sagte, es sei „wahnsinnig“, die Sanktionen aufzuweichen. Badenoch kritisierte in diesem Zusammenhang, dass die Regierung den eigenen Abbau von Ressourcen in der Nordsee nicht ausbaue. Sie warf Starmer vor, dass dieser lieber „schmutziges russisches Öl kaufe“.
Drohnenangriff auf Raffinerie in KstowoDie ukrainische Armee hat ihre Serie von Drohnenangriffen auf die russische Ölindustrie fortgesetzt und in der Nacht die große Raffinerie von Kstowo an der Wolga attackiert. Wie üblich bestätigte der Gouverneur des russischen Gebiets Nischni Nowgorod, Gleb Nikitin, den Angriff nur teilweise: „Herabstürzende Trümmer haben Schäden mit einem anschließenden Feuer an zwei Industrieobjekten im Kreis Kstowo verursacht“, teilte er bei Telegram mit. Russische und ukrainische Telegramkanäle übernahmen Videos von Augenzeugen, die einen Brand in der Raffinerie zeigen sollen. Der Kiewer Generalstab bestätigte in sozialen Medien einen Angriff auf die Raffinerie und sprach auch von weiteren Attacken. Die Raffinerie von Kstowo gehört dem zweitgrößten russischen Ölkonzern Lukoil und zählt zu den zehn größten des Landes.
Von der Leyen verurteilt Drohungen gegen baltische StaatenEU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verurteilt die russischen Drohungen gegen die baltischen Staaten. „Die öffentlichen Drohungen Russlands gegen unsere baltischen Staaten sind völlig inakzeptabel“, erklärt sie auf X. Eine Bedrohung gegen einen Mitgliedsstaat sei eine Bedrohung für die gesamte Europäische Union. Russland und Belarus tragen von der Leyen zufolge die direkte Verantwortung für Drohnen, die das Leben und die Sicherheit der Menschen an der Ostflanke der EU gefährden.
Magyar stellt Treffen mit Selenskyj in AussichtDer ungarische Ministerpräsident Peter Magyar stellt ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Juni in Aussicht, falls eine Einigung über die Rechte der ungarischen Minderheit erzielt wird. Er hoffe auf einen schnellen Abschluss der Gespräche, sagt Magyar bei einem Besuch in Polen. Fortschritte bei den Rechten der rund 150.000 ethnischen Ungarn in der Ukraine seien eine Voraussetzung für die Zustimmung Budapests zu einem EU-Beitritt des Nachbarlandes.
Moskau reagiert scharf auf litauische Äußerungen zu Kaliningrad Moskau reagiert mit scharfen Worten auf Äußerungen aus Litauen zur militärischen Verwundbarkeit der russischen Ostsee-Exklave Kaliningrad. Kremlsprecher Dmitri Peskow sprach auf Reisen in Peking von „kurzsichtigen Politikern“ im Baltikum, „die mit Russophobie durchtränkt sind“, wie die russische Nachrichtenagentur Tass meldete. Weil die baltischen Staaten „geradezu wahnhaft russlandfeindlich“ seien, handelten sie gegen ihre eigenen Interessen, sagte Peskow.Litauens Außenminister Kęstutis Budrys hatte vor kurzem in einem Interview der „Neuen Zürcher Zeitung“ über die Bedrohung durch Russland und Belarus gesprochen und eine energische Abschreckung durch die NATO verfochten. Befragt nach dem benachbarten Kaliningrad, sagte er: „Wir müssen den Russen zeigen, dass wir ihre kleine Festung, die sie in Kaliningrad errichtet haben, durchdringen können. Die NATO hat die Mittel, die russischen Luftverteidigungs- und Raketenbasen dort im Ernstfall dem Erdboden gleichzumachen.“ Dies sei ein direkter Aufruf, ein souveränes Land anzugreifen, und beschädige die europäische Stabilität, entgegnete die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa.
Der ukrainische Kartendienst, der den Frontverlauf abbildet, stellt das ostukrainische Pokrowsk inzwischen als vollständig russisch besetzt dar. Noch vor wenigen Tagen hatte ein Vertreter des 7. Schnellreaktionskorps der Luftlandetruppen der ukrainischen Armee in einem Interview von Infanteristen berichtet, die weiterhin Positionen im Norden der weitgehend zerstörten Stadt halten.
Stromausfall in Odessa nach DrohnenangriffDurch einen russischen Angriff auf eine Energieanlage des Versorgers DTEK in Odessa am Schwarzen Meer fällt in der Nacht in zehntausenden Haushalten die Stromversorgung aus. Dies teilt das Unternehmen mit. Bis zum Morgen sei die Stromversorgung für einige Haushalte wiederhergestellt worden, heißt es über den Kurznachrichtendienst Telegram weiter. Die Reparaturarbeiten dauerten an.
Luftalarm in VilniusIn der litauischen Hauptstadt Vilnius ist Luftalarm ausgelöst worden. Die Einwohner sollten auf Aufforderung der Behörden vorsorglich Schutz suchen. Auch die Staatsspitze wurde nach Medienberichten zur Sicherheit in Schutzräume gebracht. Der Luftraum über dem Flughafen wurde gesperrt und auch der Zugverkehr zwischenzeitlich ausgesetzt. Später wurde Entwarnung gegeben und der Alarm für Vilnius nach einer halben Stunde aufgehoben.Zuvor hatten die Streitkräfte die Bevölkerung über eine mögliche Bedrohungslage durch eine Drohne im Osten des Landes informiert. Demnach wurde in Grenznähe ein mutmaßliches Flugobjekt gesichtet, das sich aus Richtung Belarus dem baltischen EU- und NATO-Land näherte. NATO-Kampfflugzeuge seien alarmiert worden, teilte das Verteidigungsministerium in Vilnius ohne nähere Angaben mit. Vilnius befindet sich rund 30 Kilometer von der Grenze zu Belarus entfernt.
Großbritannien lockert Russland-SanktionenBritische Firmen dürfen von sofort wieder Ölprodukte aus Drittländern beziehen, die mit Rohöl aus Russland hergestellt worden sind. Die britische Regierung hob außerdem einige Sanktionen gegen den Transport von russischem Flüssiggas auf. Die Lockerungen gestatten nun unter anderem den Bezug von Kerosin aus Indien, das vor der Verhängung der Sanktionen einer der Hauptlieferanten von Flugzeugbenzin für das Vereinigte Königreich war. Die Preise für Kerosin hatten sich seit der Sperrung der Straße von Hormus zeitweise verdoppelt. An der Lockerung gab es Kritik aus der regierenden Labour-Partei. Die Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Unterhaus, Emily Thornberry, sagte, sie sei gegen die Lockerung der Sanktionen. Ihre Kontakte in der Ukraine hätten sich „sehr enttäuscht“ über diesen Schritt gezeigt. Auf den Hinweis, auch Spanien und die Vereinigten Staaten hätten ähnliche Ausnahmen von geltenden Sanktionen verfügt, sagte Thornberry, „nur weil andere Länder sich falsch verhalten, heißt das nicht, dass wir es ihnen gleichtun müssen“.