FAZ 19.09.2026
12:13 Uhr

Liveticker zur Wiesn: Die Stimmung steigt und die ersten Promis ziehen weiter ins Käferzelt


Erste Zelte wegen Überfüllung geschlossen +++ Markus Söder zieht weiter ins Käferzelt +++ Wiesn-Sanitäter melden mehr als 120 Patienten +++ In den Zelten fließt das Bier +++ Verfolgen Sie den ersten Wiesn-Tag im Liveblog.

Liveticker zur Wiesn: Die Stimmung steigt und die ersten Promis ziehen weiter ins Käferzelt

Immer mehr Zelte vorübergehend geschlossenEinige Zelte gewähren wegen Überfüllung keinen Einlass mehr. Am Schützenfestzelt, im Schottenhamel und im Käferzelt können vorübergehend keine weiteren Gäste eingelassen werden, heißt es dort. Immer wieder kommt es zu solchen Einlassstopps. Die ersten Schilder dieser Art hat unsere Reporterin Anaïs Muschter bereits um 10 Uhr morgens fotografiert.

80 Meter über der Wiesn mit dem „Jules-Verne-Tower“„Wenn wir sterben, dann wenigstens zusammen“, sage ich aufmunternd zu dem Fahrgast neben mir, der dem Sicherheitsmann mit nervösem Blick dabei zusieht, wie er seinen Sicherheitsgurt schließt. „At least I don’t go to heaven alone“, erwidert der etwas zittrig. Schon heben die Zweiersitze weiter vom Boden ab. Nach wenigen Sekunden fliegen wir mit rasanten 65 Stundenkilometern 80 Meter über der Wiesn. Die Luft ist besser, der Ausblick fantastisch. Aber die Freude währt nur kurz, denn nach 1:30 Minuten fangen die Sitze wieder an, sich dem Erdboden zu nähern. In Windeseile werden die Sicherheitsgurte gelöst. Mit wackligen Beinen steige ich aus. Jetzt eine Maß wäre schön. 

Alte und neue Drindl-Trends Vor ein paar Jahren waren geschnürte, kürzere und bunte Dirndl in. Jetzt sind sie länger und haben Knöpfe oder Reißverschlüsse. Kleine Rüschenärmel und Spitze sind ebenso gefragt. Die Gruppe von Freundinnen geht seit Jahren auf die Wiesn, immer wieder kommen neue Personen mit. Das Ereignis bringt Menschen zusammen!

Der neue Chefdirigent der Münchner Philharmoniker, Lahav Shani, hat zusammen mit Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) den Wiesn-Auftakt gefeiert. Er freue sich auf die Musik im Festzelt, versicherte er. Aber ob er dem Mix aus Schlagern, Blasmusik und Party-Hits wirklich etwas abgewinnen kann? „Privat höre ich Beethoven“, verriet er der dpa.

Schokoerdbeeren für 7,50 Euro? Die Preise auf der Wiesn steigen überall, auch die Maß Bier wird jedes Jahr teurer. Das wird auch „Wiesnflation“ genannt, dieses Jahr liegen die Preise pro Maß zwischen 14,80 und 15,90 Euro. Da der Liter Wasser allerdings nur ein paar Euro weniger kostet, kann man auch direkt beim Bier bleiben. 

In welches Zelt sollte ich gehen?Spätestens am Abend stehen die Gäste in allen großen Zelten zu Hits wie „Sweet Caroline“ oder dem „Fliegerlied“ auf den Bänken. Beim jüngeren Partypublikum beliebt ist das Hacker-Festzelt, im Hofbräu ist das Publikum etwas internationaler. Das Marstall-Zelt gilt als etwas gediegener, während im Löwenbräu gern die Fans vom TSV 1860 feiern. In der Bräurosl lädt die Gay Community am ersten Wiesnsonntag zum Gay Sunday ein, Prominente gehen gern in die Käfer Wiesn-Schänke. Mit einem klaren kulinarischen Schwerpunkt präsentieren sich die Ochsenbraterei und die Fischer-Vroni. In der Augustiner Festhalle wird das Bier noch aus dem Holzfass gezapft, das Zelt ist tagsüber auch bei Familien beliebt. 

Wer eine Auszeit vom Bierzelt sucht, kann eines der vielen Wiesn-Fahrgeschäfte ansteuern, die auch dieses Jahr wieder gut besucht sind: 

Cocktails statt Bier, Torte statt BratwurstIn den Café-Zelten fließt mehr Alkohol als alles andere, dafür weniger Bier. Beliebt sind Cocktails wie Espresso und Pornstar Martini, Champagner und Wein. Im Café Theres‘ gibt es aber zumindest Torte. 

Joachim Herrmann (CSU), Innenminister von Bayern, war davor übrigens noch auf der Wiesnwache, um nach dem Rechten zu schauen. Insgesamt sind auf dem Gelände mehr als 50 Überwachungskameras installiert.

Die ersten Platzwechsel stehen anZum Beispiel für Ministerpräsident Markus Söder, der auf dem Weg ins Käferzelt ist, um sich mit Innenminister Joachim Herrmann zu treffen.

Der technische Fortschritt macht auch vor der Wiesn nicht HaltEin tanzender Roboter in Lederhosen zieht mitten auf der Wirtsbudenstraße die Aufmerksamkeit der Flanierenden auf sich. Die Wiesn-Besucher müssen sich aber nicht sorgen. Wenigstens in diesem Fall ist klar: Die Maschine wird den Menschen nicht in absehbarer Zeit ersetzen können. 

Zeit fürs Mittagessen auf der Wiesn – auch für Promis Lange Schlangen haben sich vor den Hähnchen-, Enten- und Wurstbratereien gebildet. Aber auch das Personal, das in den Festzelten arbeitet, muss mal Pause machen. „Gerade ist nicht so viel los“, sagen die vier Kolleginnen, die für die Reservierungen im Schottenhamel zuständig sind. Über ihnen schweben die „Info“-Luftballons, die es den Gästen einfacher machen sollen, sie im Gemenge des Zelts ausfindig zu machen. Und die vier wissen genau, wer hier ein und aus geht: Auf dem Balkon des Schottenhamel-Festzelts sitzen Oberbürgermeister Dominik Krause, Ministerpräsident Markus Söder, Josua Kimmich, DJ Ötzi und auch Florian Silbereisen, berichten sie. 

Wiesn-Sanitäter melden über 120 PatientenMit steigendem Alkoholpegel steigt auch die Zahl der Patienten. Mittlerweile wurden mehr als 120 Wiesngäste und auch Oktoberfestmitarbeitende von dem Sanitätsdienst der Aicher Ambulanz versorgt. Extremitätenverletzungen bis hin zu Synkopen und Kollaps zählen dabei zu den häufigsten Einsatzstichworten.Eine sogenannte „Alkoholleiche“ gab es bislang noch nicht.

Was kostet das Bier in diesem Jahr?Die Preise für die Maß Bier liegen in diesem Jahr zwischen 14,80 und 15,90 Euro. Im vergangenen Jahr wurden je nach Zelt zwischen 14,50 Euro und 15,80 Euro fällig. Alkoholfrei ist es etwas günstiger: Wasser gibt es für um die elf, Spezi für knapp 12,80 Euro. Auf dem Festgelände gibt es aber auch mehrere kostenlose Trinkwasserspender.