FAZ 06.05.2026
15:22 Uhr

Mutmaßlicher Brandstifter: Aus „Wut auf die Welt“ zündete er Südkalifornien an


Das Palisades-Feuer war einer der verheerendsten Brände in der Geschichte Südkaliforniens. Das Motiv des mutmaßlichen Brandstifters war nach seiner Aussage die „Ablehnung von Reichen, die Spaß an ihrem Geld haben“.

Mutmaßlicher Brandstifter: Aus „Wut auf die Welt“ zündete er Südkalifornien an

Der mutmaßliche Brandstifter, der Anfang des Jahres 2025 das Palisades-Feuer, einen der verheerendsten Brände in der Geschichte Südkaliforniens, gelegt haben soll, hat angeblich aus „Wut auf die Welt“ gehandelt. Laut der amerikanischen Bundesstaatsanwaltschaft fiel der Chauffeur eines Fahrdienstes verschiedenen Passagieren in den Stunden vor dem Verbrechen durch Tiraden gegen Kapitalismus und Mitmenschen auf. Wie einige Fahrgäste aussagten, soll Jonathan R. sich zudem anerkennend über Luigi M. geäußert haben, der in Verdacht steht, den Chef der größten amerikanischen Krankenversicherung United Healthcare, Brian Thompson, in Manhattan erschossen zu haben. Nach den bisherigen Ermittlungen hatte R. in der Silvesternacht in den Hügeln des Stadtteils Pacific Palisades in Los Angeles mit einem Feuerzeug Buschwerk angezündet. Einige Stunden später rückte die Feuerwehr aus, um das sogenannte Lachman-Feuer zu löschen. Die Einsatzkräfte sollen aber mehrere Hotspots übersehen haben, die sich am 7. Januar 2025 bei heftigen Windböen innerhalb weniger Stunden mit ungeahnter Geschwindigkeit ausbreiteten. So entstand das Palisades-Feuer. Mindestens zwölf Menschen kamen damals in den Palisades und dem benachbarten Küstenort Malibu ums Leben. Etwa 6500 Wohnhäuser und Stallungen brannten nieder. Bis Ende Januar breitete sich das Feuer über fast 95 Quadratkilometer aus. Der Bezirk Los Angeles beziffert den Schaden auf etwa 25 Milliarden Dollar. Die Justizbehörden wurden damals auf R. aufmerksam, als er wiederholt Notrufe absetzte, um das Lachman-Feuer zu melden. In dem Auto des Dreißigjährigen, in dem er den Einsatzkräften zum Brandherd in den Santa Monica Mountains folgte, fanden Ermittler später ein Feuerzeug. Auf die Frage eines Beamten nach dem Motiv für eine Brandstiftung verwies R. damals auf „Ablehnung von Reichen, die Spaß an ihrem Geld haben“. Wie eine Untersuchung von Mobilfunkdaten zeigte, hielt sich R. nach Ausbruch des Feuers fast zwei Stunden in dem Gebiet auf. Im vergangenen Oktober wurde R. schließlich festgenommen. Wie die Bundesstaatsanwaltschaft ankündigte, fordert sie bei dem für Juni geplanten Strafprozess voraussichtlich 45 Jahre Haft.