Zwei Wochen ist es her, dass sich Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate verständigt haben, dass die Fluggesellschaft Emirates Berlin als weitere deutsche Stadt mit Dubai verbinden darf. Das soll dem Berliner Flughafen zusätzliche Langstreckenflüge bringen. Nun fallen dort andere Fernflüge weg – nämlich die Dubai-Flüge der deutschen Gesellschaft Condor. Zum Winterplan von Ende Oktober an werde die Verbindung aus dem Programm genommen, teilte Condor am Dienstag mit. Der deutsche Fluggesellschaftenverband BDF, dessen Präsident Condor-Chef Peter Gerber ist, hatte nach der Emirates-Entscheidung erklärt, dass der Bund damit ein „Eigentor“ geschossen habe. Die Rede war von einem „Schlag in die Magengrube“ deutscher Unternehmen. Die neuen Verkehrsrechte für Emirates dürften aber nicht der einzige Grund für die Condor-Entscheidung sein, zumal die Gesellschaft neben der Dubai-Verbindung ab Berlin auch die von Stuttgart aus streicht. Condor erwähnt zwar die Ausweitung der Verkehrsrechte, erklärt aber, die Streichung erfolge „vor dem Hintergrund der weiterhin herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Luftverkehrsbranche weltweit“. Zuletzt war bekannt geworden, dass Condor Beschäftigte auf einen Sparkurs einstimmt. In den Jahren 2027 und 2028 sollen die Kosten um je 100 Millionen Euro sinken. Nach Angaben der Gewerkschaften Verdi und UFO dringe der Finanzinvestor und Condor-Anteilseigner Attestor, der vor der Komplettübernahme steht, darauf. Airlines belastet der im Nahostkonflikt gestiegene Kerosinpreis. Im bisherigen Jahresverlauf federten bestehende Preissicherungsgeschäfte diese Last ab, für den kommenden Winter und für das Jahr 2027 gilt das weniger. Von Berlin fliegt auch die Lufthansa-Tochtergesellschaft Eurowings nach Dubai. Condor hatte indes einen Pakt mit Emirates geschlossen, sodass deren Kunden mit Emirates-Tickets diverse Condor-Strecken als Anschlussverbindungen nutzen können. Die Berlin-Dubai-Strecke, die dafür gut geeignet gewesen wäre, kam aber nie dazu. Nun wird Emirates sie selbst bedienen. Condor teilte mit, von den Streichungen betroffenen Passagieren Umbuchungs- oder Erstattungsoptionen anzubieten.
