FAZ 10.05.2026
20:25 Uhr

Osnabrücker Edelfan: Boris Pistorius findet’s „geil“


Der VfL Osnabrück steigt auf. Mal wieder. Das freut auch den Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius – und zwar auf erfrischend ehrliche Art und Weise.

Osnabrücker Edelfan: Boris Pistorius findet’s „geil“

Politiker geraten beim Fußball ratzfatz unter Populismusverdacht. Die kommen doch nur, um sich volksnah zu geben! Um freundliche Miene zu unser aller Lieblingsspiel zu machen! Und um Wählerstimmen abzugreifen! Derart berechnend mag der eine oder andere Volksvertreter sein, der in seinem Politikerleben noch einige Karrierestufen zu erklimmen gedenkt und die Ehrentribüne nur als Bühne versteht. Boris Pistorius dagegen darf man seine helle Freude am Zweitligaaufstieg seines Heimatvereins VfL Osnabrück getrost abnehmen. Sollte dennoch jemand schon so politikerverdrossen sein, die Fußballliebe des früheren Osnabrücker Oberbürgermeisters, VfL-Dauerkartenbesitzers und Trägers des lila-weißen Fanschals anzuzweifeln, der schaue sich das TV-Interview vom Samstag an. Wie der Verteidigungsminister es „geil“ nannte, trotz angespannter Weltlage im Stadion die Drittligameisterschaft mitzufeiern zu können, und fand, „der VfL ist 'ne Nummer“, und darauf hoffte, dass sein achter Aufstieg als VfL-Fan hoffentlich auch sein letzter sei: Der wird nicht nur verstehen, weshalb Pistorius in der Beliebtheitsskala deutscher Politiker sehr weit oben rangiert. Er wird hoffentlich anerkennen, dass Politiker auch nur Menschen sind, die sich für Sport begeistern.