Joe Kents Rücktritt als Direktor des Nationalen Antiterrorismuszentrums schlug in Washington hohe Wellen. Es war der erste ranghohe Abgang aus der Regierung unter Berufung auf den Irankrieg. Doch es war nicht das erste Mal, dass der frühere Soldat im Rampenlicht stand. Als Kent im vergangenen Sommer vom Senat für den Posten bestätigt werden musste, verwiesen Demokraten und linksliberale Medien auf Äußerungen Kents aus seinen Kongresswahlkämpfen 2022 und 2024. In den Wahlkämpfen vertrat er noch Trumps Behauptungen So unterstützte er im Versuch, als Abgeordneter für den Bundesstaat Washington ins Repräsentantenhaus einzuziehen, Donald Trumps Falschbehauptung vom Wahlbetrug. Er selbst behauptete, das FBI sei am Sturm auf das Kapitol beteiligt gewesen. Kent sprach von einer „Invasion“ von Migranten, die amerikanische Wähler ersetzen sollten, setzte die „Black Lives Matter“-Bewegung mit der Antifa gleich und unterhielt Verbindungen zu Unterstützern der Vorherrschaft der Weißen und der rechten Proud Boys. In Ungnade fiel der 45 Jahre alte Kent, der in zwanzig Jahren beim Militär elf Kampfeinsätze absolvierte, bei den meisten Republikanern aber erst nach seinen jüngsten Äußerungen. In seinem Rücktrittsschreiben hieß es, der Irankrieg sei „wegen des Drucks aus Israel und seiner mächtigen amerikanischen Lobby“ begonnen worden. Trump sei in dieser „Echokammer“ eine falsche Bedrohungslage vorgegaukelt worden. Ein Selbstmordattentat in Syrien Kent, der an der Militäruniversität Norwich in Vermont studiert hat, bezog sich auch auf seine persönliche Geschichte. Seine erste Frau Shannon Smith, Mitglied der U.S. Navy, kam 2019 bei einem Selbstmordattentat im syrischen Manbidsch ums Leben. Danach legte Kent nach eigener Aussage den aktiven Militärdienst nieder, „um für unsere zwei jungen Söhne da zu sein“. Im Kongresswahlkampf schwang Kent „Amerika zuerst“-Parolen. Er äußerte damals, er nutze jede Gelegenheit und jede Plattform, um Trump gegenüber den „feindseligen Mainstream-Medien und einer tief verwurzelten politischen Klasse“ zu verteidigen. Auch als stellvertretender Stabschef der Nationalen Geheimdienstdirektorin Tulsi Gabbard handelte er in diesem Sinne. Er wies etwa einen Analysten an, eine Einschätzung der Beziehungen zwischen der venezolanischen Regierung und einer Gang zu überarbeiten – weil die eine Begründung des Weißen Hauses für die Abschiebung von Migranten unterlief. Umso schwerer dürfte es in ohnehin kriegskritischen MAGA-Kreisen werden, Kent wegen seines Rücktritts schlechtzureden. Trump beließ es bei der Bemerkung, es sei gut, dass Kent „raus sei“. Er habe beim Thema Sicherheit ohnehin nicht geliefert.
