Am Montag wurde die Nationale Akademie der Wissenschaften der Ukraine Opfer eines russischen Luftangriffs. Inzwischen hat die 1918 gegründete Akademie, die aus 159 Forschungsinstitutionen verschiedenster Fachbereiche besteht und rund 13.000 Wissenschaftler beschäftigt, eine Stellungnahme veröffentlicht, indem sie den Luftschlag als Angriff auf das Wahrheitsstreben und das intellektuelle Potential des Landes verurteilt. Es folgt der Appell an internationale Institutionen, die institutionelle Zusammenarbeit mit russischen Bildungseinrichtungen nicht wieder aufzunehmen, solange Russland seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine weiterführt. Die Drohnenattacke wird in dem Schreiben als Teil einer umfassenden Terrorkampagne gegen die ukrainische Zivilbevölkerung dargestellt. In der Tat haben sich die russischen Attacken auf Kiew und andere Städte seit dem Sommer stark intensiviert. Moskau setzt nun vermehrt ballistische Raketen sowie Drohnen mit Jet-Triebwerk ein. Beide Waffen sind schwer abzufangen. Allein im August starben in der ukrainischen Hauptstadt laut UN 31 Zivilisten bei Luftangriffen, 106 weitere wurden verletzt. Bei dem Angriff auf die Akademie war eine Drohne mit Jet-Antrieb am frühen Nachmittag ins Präsidiumsgebäude der Akademie eingeschlagen, einen dreistöckigen Bau aus dem 19. Jahrhundert, der sich im Zentrum der Hauptstadt befindet. Dramatische Aufnahmen zeigten Menschen, wie sie aus den Fenstern kletterten, um Flammen und Rauch zu entgehen. Es kamen mindestens zwei Menschen ums Leben, weitere wurden verletzt. Das Gebäude wurde stark beschädigt, wie auch ein benachbartes Gebäude des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft. Der ukrainische Bildungsminister Andrij Butenko kritisierte den Angriff auf Facebook als Teil eines systematischen Versuchs, die Bildungsinfrastruktur der Ukraine zu zerstören. Laut offiziellen ukrainischen Angaben sind seit Beginn der Großinvasion Stand 1. September durch russische Angriffe Tausende Bildungseinrichtungen beschädigt und 423 komplett zerstört worden. Trotz des Angriffs auf das Gebäude sei die Nationale Akademie der Wissenschaften der Ukraine nicht zerstört, heißt es in dem Schreiben der Akademie. Man werde weiterarbeiten.
