FAZ 21.09.2026
16:35 Uhr

S-Bahn Rhein-Main: Abschied von der Farbe Rot


Die S-Bahn Rhein-Main präsentiert ein neues Design für ihre modernisierten Züge, mit Steckdosen, großzügigerem Komfort und höherer Platzkapazität.

S-Bahn Rhein-Main: Abschied von der Farbe Rot

Gut zehn Jahre nachdem die aktuelle Baureihe der S-Bahn-Züge im Rhein-Main-Gebiet in Betrieb gegangen ist, haben Deutsche Bahn und der Rhein-Main-Verkehrsbund (RMV) diese Bahnen nun modernisiert und in neuem Design, mit mehr Komfort und höherer Fahrgastkapazität präsentiert.  Dazu zählt auch, dass die Züge nicht mehr im bekannten „Verkehrsrot“ daherkommen, sondern in den Farben Grün, Lichtgrau, Anthrazit und Blau.  „Das sind unsere Farben“, sagt RMV-Geschäftsführer Knut Ringat und verweist auf das Grün im S-Bahn-Logo und das Blau des RMV. Bis Sommer 2029 sollen alle 98 S-Bahn-Züge dieses Typs neu gestaltet sein. Im nächsten Schritt werden dann Züge älterer Baureihen der insgesamt 210 Fahrzeuge umfassenden Frankfurter S-Bahn-Flotte modernisiert. Oder, wie Ringat es formuliert, ein „umfassendes Update“ erfahren. An der Bedeutung der S-Bahn für das Rhein-Main-Gebiet gibt es bei allen, die am Montag an der Präsentation des neuen S-Bahn-Zuges an Gleis 21 des Frankfurter Hauptbahnhofs teilnehmen, keinen Zweifel. „Ohne dieses Angebot ist der Nahverkehr in der Region nicht mehr vorstellbar“, sagt DB-Regio-Chef Harmen van Zijderveld, und Frankfurts Oberbürgermeister und RMV-Aufsichtsratschef Mike Josef (SPD) ergänzt: „Die S-Bahn bewegt nicht nur Frankfurt, sondern das ganze Rhein-Main-Gebiet mit zwei Landeshauptstädten.“ Es sei Lebensqualität, so Josef, sich schnell fortbewegen zu können, ob zum Flughafen, zur Messe oder zur Arbeit, wie es mehr als 400.000 Pendler täglich nach Frankfurt tun. Ringat ist überzeugt, dass für die täglich mehr als 500.000 Fahrgäste „heute ein neues Zeitalter beginnt“. Denn was Josef mit Blick auf das „Redesign“ der neuen S-Bahn-Züge als „klugen Umbau“ bezeichnet, bedeutet, dass es künftig in den Zügen Steckdosen, kleine, mobile Arbeitsplätze und eine um 15 Prozent gestiegene Platzkapazität gibt. Sitzplätze wurden abgebaut, die erste Klasse wurde aufgegeben. Der gesamte Zug ist dadurch großzügiger gestaltet, die Flächen an den Türen zum Ein- und Ausstieg sind deutlich vergrößert worden, auch um das Tempo an den Stationen zu erhöhen, die Haltezeit zu verringern. Die Kosten des Redesigns lägen bei 20 Prozent dessen, was ein neuer S-Bahn-Wagen kostet. DB Regio-Chef Zijderveld verweist zudem darauf, dass es der Deutschen Bahn gelungen sei, für mehr Lokführer zu sorgen. Derzeit würden nur noch 0,2 Prozent der Züge ausfallen. „Das ist ein sehr guter Wert.“