Eine Antibabypille, die keine Hormone enthält, wollen Forscher des Frankfurter Uniklinikums entwickeln. Zusammen mit Kollegen aus Bonn und München haben sie hierzu ein Projekt aufgelegt, das vom Bundesforschungsministerium bis 2029 mit drei Millionen Euro gefördert wird. In den Siebzigerjahren wurde die Pille zum gängigsten Verhütungsmittel. Sie gilt als sicher und zuverlässig und wird von den Krankenkassen bezahlt. Die Einnahme kann aber zu Nebenwirkungen von Übelkeit über Gewichtszunahme bis hin zu Bluthochdruck, Leberfunktionsstörungen und Thrombosen führen. Außerdem mindern manche Medikamente wie bestimmte Antibiotika und Johanniskrautprodukte die empfängnisverhütende Wirkung. Die Akzeptanz der Pille in der Bevölkerung hat daher abgenommen, laut Umfragen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung verhüten seit 2023 gerade junge Erwachsene inzwischen lieber mit Kondomen. Die Frankfurter Forscher wollen daher an besonders nebenwirkungsarmen Verhütungsmitteln für Frauen und Männer arbeiten, die nicht in die hormonelle Kommunikation im Körper eingreifen. Sie suchen dazu nach kleinen Molekülen, um Proteine zu blockieren, die nur in Spermien oder Eizellen vorkommen. So könnte zum Beispiel die Beweglichkeit der Spermien verringert werden, sodass diese die Eizelle nicht mehr erreichen.
