FAZ 05.06.2026
12:06 Uhr

Speerwurf-Altmeister: Dranbleiben zahlt sich aus für Thomas Röhler


Thomas Röhler wirft sich zurück in die Weltklasse. In diesem Sommer darf der Olympiasieger von 2016 auf frisches Edelmetall hoffen.

Speerwurf-Altmeister: Dranbleiben zahlt sich aus für Thomas Röhler

Zum Mantra von Thomas Röhler gehören zwei Sätze: „Bleib dran. Und arbeite weiter.“ Oder als Variante: „Du schaffst das. Solange du dranbleibst.“ Und Thomas Röhler ist drangeblieben. Auch nach Phasen, in denen ihn Verletzungen zurückwarfen und es schien, er sei nicht mehr konkurrenzfähig. Beim Diamond-League-Meeting der Leichtathleten in Rom hat der Speerwerfer aus Jena am Donnerstagabend nun abermals gezeigt, dass sich seine Ausdauer ausgezahlt hat. Der Vierunddreißigjährige warf den Speer auf 82,89 Meter und belegte in einem Weltklassefeld Rang fünf. Schon am Sonntag in Rabat hatte er die 80-Meter-Marke (81,61) überboten, die als Eintrittsportal zur Weltklasse zählt, und wurde Vierter. Beim Saisoneinstieg in Nairobi waren ihm gar 83,33 Meter gelungen. Zu seiner All-Time-Bestmarke fehlen ihm damit zwar noch rund zehn Meter, doch der Wurf auf 93,90 Meter, der Röhler 2017 zu seinen Glanzzeiten in Doha gelang, war der drittbeste überhaupt in der Geschichte des Speerwerfens. Am Donnerstag in Rom näherte sich der Jahresweltbeste Rumesh Tharanga Pathirage dieser Weite. Der Shootingstar aus Sri Lanka warf 92,62 Meter und distanzierte den Rest des Feldes – darunter der zweimalige Weltmeister Anderson Peters aus Grenada (83,91), der Zweiter wurde – um knapp zehn Meter. Röhler war bester Europäer, und das passt gut zum angepeilten Saisonhöhepunkt in diesem Jahr: die Europameisterschaft in Birmingham Mitte August. Unter den dort startberechtigten Werfern gehört der Altmeister aus Jena, Olympiasieger von 2016 und Europameister von 2018, mittlerweile wieder zu den Medaillenkandidaten. Es zahlte sich aus, drangeblieben zu sein.