FAZ 28.05.2026
08:20 Uhr

Tod von „Friends“-Star: Unerwartet kurze Haftstrafe für Matthew Perrys früheren Assistenten


Mehr als zwei Jahre nach dem Tod von Matthew Perry ist sein früherer Assistent verurteilt worden. Er verabreichte dem „Friends“-Star vor dessen Tod täglich Ketamin – und wusste laut Gericht, dass Perry in Gefahr war.

Tod von „Friends“-Star: Unerwartet kurze Haftstrafe für Matthew Perrys früheren Assistenten

Mit einer unerwartet kurzen Haftstrafe ist der letzte Prozess nach Matthew Perrys Drogentod zu Ende gegangen. Ein Bundesgericht in Los Angeles verurteilte den früheren Assistenten und Mitbewohner des kanadisch-amerikanischen Schauspielers, Kenneth Iwamasa, am Mittwoch zu knapp dreieinhalb Jahren Gefängnis. Der Einundsechzigjährige hatte nach seiner Verhaftung im Sommer 2024 zugegeben, Perry in den Wochen vor dessen Tod fast täglich das Narkosemittel Ketamin injiziert zu haben. Perry, der in den Jahren 1994 bis 2004 für die Serie „Friends“ vor der Kamera stand, war im Oktober 2023 leblos im Hot Tub seines Anwesens im Stadtteil Pacific Palisades entdeckt worden. Wie Ermittlungen ergaben, hatte Iwamasa dem Vierundfünfzigjährigen in den Stunden vor seinem Tod mindestens zwei Spritzen mit Ketamin gesetzt. Obwohl Perry schon in den Wochen zuvor nach hohen Dosen des Medikaments wiederholt bewusstlos geworden war oder vorübergehend die Sprache verloren hatte, hatte Iwamasa damals zudem das Haus verlassen. „Ihnen war bewusst, dass Herr Perry sich in Gefahr befand“, warf der stellvertretende Bundesstaatsanwalt Ian Yanniello dem langjährigen Freund des Schauspielers vor. Allein im Oktober 2023 habe Iwamasa etwa 70 Ampullen des Narkosemittels, rechtswidrig durch ein Netzwerk um Jasveen Sangha, in Los Angeles bekannt als „Queen of Ketamin“, gekauft. „Hier geht es um einen Vertrauensbruch. Herr Perry versuchte, seine Dämonen zu besiegen und abstinent zu leben, während der Angeklagte zu seinem Drogenhändler wurde“, erinnerte der Bundesstaatsanwalt an die jahrzehntelange Abhängigkeit des Schauspielers von Rauschmitteln. „Wir haben unser Vertrauen in einen Mann ohne Gewissen gesetzt“ In Briefen an das Gericht hatte auch Perrys Mutter, Suzanne Morrison, Iwamasa Verantwortungslosigkeit und Täuschung vorgeworfen. Der Assistent, der bei Perry ein Jahresgehalt von 150.000 Dollar einstrich, habe die Aufgabe gehabt, ihren Sohn bei der Überwindung der Drogensucht zu unterstützen. „Matthew hat Kenny vertraut. Wir haben Kenny vertraut. Aber wir haben unser Vertrauen in einen Mann gesetzt, der kein Gewissen hat“, schrieb die ehemalige Politikberaterin. Iwamasas Verteidiger Alan Eisner stellte seinen Mandanten derweil als machtlos gegenüber seinem Arbeitgeber dar. „Herr Perry trägt eine Mitschuld an seinem Tod“, sagte Eisner bei der Strafmaßverkündung am Mittwoch. Iwamasa habe nicht genug Rückgrat gehabt, um sich den Wünschen des Schauspielers nach Ketamin zu widersetzen. Laut Bundesstaatsanwaltschaft hatte Iwamasa den Ermittlern nach Perrys Tod eine Liste mit Medikamenten überlassen, die der Schauspieler eingenommen hatte. Das Ketamin ließ er damals unerwähnt. Erst nach der Durchsuchung von Perrys Haus Anfang 2024 durch die Drogenvollzugsbehörde (DEA) gab Iwamasa zu, den Schauspieler gemeinsam mit Sangha, dem Drogenhändler Erik Fleming sowie den Ärzten Mark Chavez und Salvador Plasencia mit dem Narkosemittel versorgt zu haben. Die „Königin des Ketamin“ wurde vor einigen Wochen zu 15 Jahren Haft verurteilt. Ihre Mittäter verbüßen inzwischen Gefängnisstrafen von bis zu 30 Monaten.