Die Ölpreise sind zum Start in die Woche wegen der wieder schärferen Töne zwischen Iran und den Vereinigten Staaten weiter gestiegen. Das hat auch die Börsen zeitweise belastet. Der Dax verlor kurz nach dem Börsenauftakt am Montag ein halbes Prozent auf 23.822 Punkte. Später zeigte sich der Index wenig verändert. Die Börsen in Asien und den Vereinigten Staaten entwickelten sich zuletzt schwächer. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseeölsorte Brent zog im frühen Handel um bis zu zweieinhalb Prozent auf 112 Dollar an und war damit so teuer wie seit knapp zwei Wochen nicht mehr. Zwischenzeitlich war der Preis infolge der Hoffnung auf eine baldige diplomatische Lösung für ein endgültiges Ende des Kriegs am Persischen Golf bis auf 96 Dollar gefallen. Super wird wieder teurer Die Kraftstoffpreise könnten damit auch weiter unter Aufwärtsdruck geraten, nachdem es wegen des Tankrabatts einen Rückgang gegeben hatte. Nach Zahlen des Internetportals Clever Tanken kostete Super E10 am Sonntag im Durchschnitt 1,984 Euro je Liter. Das war wieder etwas mehr als zuvor. Für Diesel waren es 1,974 Euro je Liter. Hier fiel der Anstieg noch nicht so stark aus wie für Super. Heizöl kostete nach Zahlen der Internetplattform Heizoel 24, an die 500 Ölhändler ihre Preise melden, am Montag 129 Euro für 100 Liter, bei der Lieferung von 3000 Litern. Das war mehr als am Freitag, aber noch kein neuer Höchststand. Straße von Hormus ist weiter blockiert Die Hoffnungen sind inzwischen jedoch wieder verpufft, und mit dem Ölpreis ist es wieder Schritt für Schritt nach oben gegangen. Seit dem Beginn des Irankriegs Ende Februar ist der Ölpreis um etwas mehr als die Hälfte gestiegen. Derzeit gibt es eine Waffenruhe zwischen Iran und den Vereinigten Staaten. Die für den internationalen Ölhandel wichtige Straße von Hormus ist allerdings weiter blockiert. Am Sonntagabend hatte US-Präsident Donald Trump mit einer Wiederaufnahme des Kriegs gegen Iran gedroht. „Für Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich besser schnell bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig bleiben“, schrieb er auf der Plattform Truth Social: „Die Zeit drängt!“ Der amerikanische Verbündete Israel stellt sich schon auf einen möglichen Neubeginn der gemeinsamen Angriffe in Iran ein. Ein iranischer Militärsprecher warnte laut Nachrichtenagentur Tasnim, jede neue „Torheit“ der Vereinigten Staaten werde „noch vernichtendere und schwerere Schläge“ zur Folge haben. Das amerikanische Nachrichtenportal Axios zitierte Trump nach einem Telefoninterview mit der Aussage, dass Iran „viel härter“ als zuvor getroffen werde, sollte die Führung des Landes in den Bemühungen um ein Kriegsende keinen besseren Vorschlag vorlegen.
