FAZ 06.05.2026
12:02 Uhr

Trump und die USA: Woher kommt die Lust am Faschismus-Vorwurf?


Die Faschismus-Frage ist im politischen und akademischen Diskurs allgegenwärtig. Ist sie mehr als der hilflose Versuch, politische Verunsicherung durch historische Begriffe zu bändigen?

Trump und die USA: Woher kommt die Lust am Faschismus-Vorwurf?

Wir kennen die Frage „Ist das Faschismus“ aus Artikeln, Interviews sonder Zahl, es gibt ein Bedürfnis nach ihr, nach Antworten auf sie, und wenn ein Interviewter auf die Frage sagt, sie sei nicht sinnvoll, aber möglicherweise sei dies oder jenes, wonach gefragt wird, „Faschismus“, wird die Headline lauten: „Vielleicht ist es Faschismus!“ Irgendwas treibt die Fragenden an; die Leute verwenden das Wort gern. Daraus muss man keine Folgerungen die politischen Einstellungen derer, die gerne das Wort benutzen, betreffend, ziehen. Kommunikation ist nicht nur bestimmt durch das, was Leute sagen wollen oder meinen, sagen zu wollen, sondern auch durch den Wunsch, bestimmte Wörter unterzubringen.

Der Gedanke an den Tod stellt sich in Schrecksekunden ein. Danach kann tiefe Dankbarkeit aufkommen – für das Leben, für die Mitwelt, so der Philosoph Dieter Henrich. Doch wem gilt der Dank, wenn man an Gott nicht glaubt?

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