Die Teuerung erweist sich als zäh in den USA: Der amerikanische Verbraucherpreisindex CPI lag im August 3,4 Prozent höher als vor einem Jahr. Rechnet man die starken Schwankungen unterworfenen Preise für Lebens und Energie heraus, lag die Teuerung bei 2,4 Prozent. Die Daten der letzten Tage weisen alle in eine Richtung: Eine Leitzinserhöhung in der Sitzung der Federal Reserve in der kommenden Woche, vorausgesetzt sie hält dem politischen Druck aus dem Weißen Haus stand. Präsident Donald Trump fordert Leitzinssenkungen. Die jüngsten Daten deuten auf einen robusten Arbeitsmarkt, Großhandelspreise sind stärker gestiegen als erwartet, zudem verteuern sich der Transport von Gütern und das Heizen weiter. Kummer bereitet die Entwicklung der Energiepreise, die im Juni und Juni zurückgegangen waren und nun für rund ein Drittel der Preiserhöhung verantwortlich sind. Der Verbraucherpreisindex stieg im August gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent, nachdem er im Juli um 0,1 Prozent zugelegt hatte, teilte das Arbeitsministerium mit. Die breite Wirkung von Dieselpreisen Die weiteren Aussichten lassen kaum Besserung erwarten: Die Inflationsaussichten sehen düster aus. In den ersten Tagen des Septembers sind die Energiepreise bislang kräftig gestiegen, während der Krieg mit Iran eskaliert und die jemenitischen Huthis militärische Erfolge erlangen. Die Ölpreise liegen bei rund 100 Dollar je Barrel, nach etwa 80 Dollar Mitte August. Schlimmer noch ist die Entwicklung bei Diesel. Der durchschnittliche Dieselpreis erreichte nach Angaben des Automobilclubs AAA am Freitag mit 6 Dollar je Gallone einen Rekordstand, in manchen Tankstellen in Kalifornien kostet die Galone sogar 9,99 Dollar berichtet der Informationsdienst Gasbuddy. Die Kerninflation klammert zwar direkte Energiekosten wie Benzin und Strom aus. Doch Diesel wirkt wie eine versteckte Steuer auf fast alle Güter und Dienstleistungen: Er treibt Transport-, Logistik- und Produktionskosten hoch. Diese Belastung schlägt mit Verzögerung auf die Preise durch und macht die Kerninflation hartnäckiger. Besonders betroffen sind Frachtverkehr, Industrie und Bau. Da die Dieselnachfrage dort kaum kurzfristig sinken kann, geben Unternehmen höhere Kosten schließlich an die Verbraucher weiter.
