FAZ 28.09.2026
16:41 Uhr

Verkaufspläne gescheitert: Biontech-Werk in Marburg schließt 2028


Hoffnungen auf einen Verkauf des Biontech-Standorts im hessischen Marburg haben sich zerschlagen. Mit der Schließung gehen mehr als 500 Arbeitsplätze verloren.

Verkaufspläne gescheitert: Biontech-Werk in Marburg schließt 2028

Der Corona-Impfstoff-Hersteller Biontech hat für sein Werk in Marburg keinen Käufer gefunden. Der Standort werde Anfang 2028 geschlossen, teilte das Unternehmen mit Hauptsitz in Mainz am Montag mit. Biontech hatte bereits im Mai angekündigt, den Standort aufzugeben, ebenso wie weitere im In- und Ausland. Das Unternehmen schrieb damals allerdings: „Für jeden Produktionsstandort lotet Biontech Veräußerungsoptionen aus.“  Ein Käufer habe sich aber nur für die in Berlin ansässige Tochtergesellschaft JPT Peptide Technologies gefunden, hieß es am Montag. „Es gab für alle Standorte Prüfungen und vertrauliche Gespräche“, teilte Biontech mit. Angesprochen worden seien Pharma- und Biotechunternehmen wie auch Investoren aus dem In- und Ausland. In Marburg waren im Frühjahr, als Biontech seine Rückzugspläne bekannt gab, rund 540 Mitarbeiter beschäftigt. Die Mainzer hatten die Stadt an der Lahn im Herbst 2020 als Produktionsstandort ausgewählt, weil sie dort ein mit geeigneten Reinräumen ausgestattetes Werk des Pharmakonzerns Novartis übernehmen konnten. Die Produktion des Corona-Impfstoffs Comirnaty wurde Anfang 2021 aufgenommen. Nach früheren Angaben läuft 2027 der von der Bundesregierung mit Biontech geschlossene Pandemie-Bereitschaftsvertrag aus, der das Unternehmen zur Lieferung des mit Unterstützung aus Steuergeldern entwickelten Corona-Impfstoffs für Deutschland verpflichtet. Im Juni hatte der US-Pharmakonzern Moderna öffentlich Interesse an Biontech-Produktionsstätten in Deutschland bekundet. Biontech äußerte sich nicht zu Interessenten, teilte am Montag aber mit: „Ein wesentlicher Grund, warum sich Verkäufe nicht realisiert haben, ist das aktuell schwierige Markt- und Investitionsumfeld.“