FAZ 13.05.2026
11:18 Uhr

Verkehrswacht warnt: „Es gibt an keinem Tag im Jahr so viele Alkoholunfälle wie am Vatertag“


Am Vatertag ziehen viele mit Bollerwagen, Kutschen und Fahrrädern los – als Gepäck haben sie oft jede Menge Bier dabei. Das führt zu dreimal so vielen Alkoholunfällen wie an anderen Tagen.

Verkehrswacht warnt: „Es gibt an keinem Tag im Jahr so viele Alkoholunfälle wie am Vatertag“

Die Deutsche Verkehrswacht (DVW) warnt zum Vatertag vor Alkoholkonsum im Straßenverkehr. „Sturzbetrunken aufs Rad steigen, klingt für viele nach einer dummen Idee, außer an Vatertag. Es gibt an keinem Tag im Jahr so viele Alkoholunfälle“, sagte DVW-Präsidentin Kirsten Lühmann am Dienstag in Berlin. „Darum mein Tipp: Erst fahren, dann feiern!“ Traditionell sind viele Männer zum Vatertag an Christi Himmelfahrt, das in diesem Jahr auf den kommenden Donnerstag fällt, vielerorts mit Bollerwagen, auf Kutschen oder Fahrrädern im Straßenverkehr unterwegs. Dabei wird häufig Alkohol in größeren Mengen getrunken, was sich deutlich in den Unfallzahlen zeige, so die DVW. Sie verweist auf Angaben des Statistischen Bundesamts, das schon seit Jahren die meisten Alkoholunfälle am Vatertag zählt. Dreimal so viele Alkoholunfälle wie an durchschnittlichen Tagen 2024 hatte die Behörde am Vatertag 287 Unfälle gezählt, bei denen mindestens eine beteiligte Person unter Alkoholeinfluss stand – dreimal so viele wie an durchschnittlichen Tagen mit 95 Unfällen. Bei 204 der am Vatertag registrierten Unfälle kamen laut der Behörde Menschen zu Schaden, ebenfalls ein Höchstwert. 58 Menschen wurden schwer verletzt, eine Person starb. In den Vorjahren hatte die Zahl der Alkoholunfälle am Vatertag sogar noch höher gelegen, 2023 waren es 340 gewesen, 2022 318. Weitere Tage mit einer überdurchschnittlichen Zahl solcher Unfälle sind laut dem Statistischen Bundesamt Neujahr sowie der 1. Mai. Autofahrer sollen besondere Rücksicht auf Radfahrer nehmen Weil am Vatertag vermehrt alkoholisierte Personen im Straßenverkehr unterwegs sein können, empfiehlt die DVW auch Autofahrern besondere Achtsamkeit. „Wer sich einer Gruppe von Radfahrenden nähert, sollte damit rechnen, dass Radler eine unsichere Fahrweise zeigen, plötzlich ausscheren oder sogar stürzen.“ Viele glaubten, alkoholisiert aufs Fahrrad zu steigen, sei weniger gefährlich, ergänzte die Verkehrswacht. „So zeigt sich auch bei der Bilanz im Verkehrsunfallkalender an Himmelfahrt eine Erhöhung der Fahrradunfälle.“ Die DVW bekräftigt ihre Forderung nach einer strengeren Promillegrenze auf Fahrrad und Pedelec. Konkret soll es sich ab 1,1 Promille um eine Ordnungswidrigkeit handeln. Bisher werden Radfahrende erst ab 1,6 Promille belangt, wenn es keine Ausfallerscheinungen gibt. Dann handelt es sich allerdings gleich um eine Straftat mit entsprechend höheren Strafen.