Die deutschen Tischtennis-Spielerinnen haben das Endspiel der Team-Weltmeisterschaften in London verpasst. Sabine Winter, Ying Han und Nina Mittelham verloren im Halbfinale mit 0:3 gegen den WM- und Olympia-Zweiten Japan. Eine Medaille hatten die Europameisterinnen von 2025 schon vor diesem Spiel sicher. Bei Tischtennis-Turnieren wird Bronze an beide Halbfinal-Verlierer vergeben. „Wir sind traurig, dass wir uns nicht mit dem Finale belohnen konnten, die Japanerinnen waren einfach zu stark“, sagte Junioren-Weltmeisterin Annett Kaufmann, die am letzten Tag nicht mehr zum Einsatz kam: „Wir hatten unsere Chancen, aber sie waren taktisch und spielerisch sehr gut. Wir können trotzdem sehr zufrieden sein mit unserer Leistung. Die Traurigkeit ist noch da, aber die verschwindet sehr schnell,“ Anders als bei der 1:3-Vorrundenniederlage gegen Japan stellte Bundestrainerin Tamara Boros diesmal die 43-jährige Ying Han auf die Position eins. Die erfahrene Abwehr-Spezialistin verlor gegen die japanische Topspielerin Miwa Harimoto knapp in 1:3 Sätzen. „Es sind am Ende oft Kleinigkeiten“ Knackpunkt des Halbfinals war die anschließende Niederlage der aktuell besten deutschen Spielerin Sabine Winter. Die Weltranglisten-Neunte führte gegen die Olympia-Dritte Hina Hayata bereits mit 2:0 Sätzen, verlor aber noch mit 2:3. Bei diesem Rückstand wurde es auch für Nina Mittelham schwer. Die 29-Jährige unterlag Honoka Hashimoto mit 0:3. „Vielleicht fehlt in so einer Situation die Beständigkeit, die Erfahrung, regelmäßig auf diesem Niveau zu spielen und selbstbewusst zu sein“, sagte Mittelham, die nach dem entscheidenden Match ein paar Tränen vergossen hatte: „Es sind am Ende oft Kleinigkeiten.“ Das Team werde den Abend wohl in einer Karaoke-Bar ausklingen lassen. Durch den Halbfinaleinzug hatten die deutschen Frauen immerhin für die erhoffte Medaille in London gesorgt. Die Männer waren im Viertelfinale ebenfalls an Japan gescheitert. Für das deutsche Frauen-Team war es bereits die neunte Medaille der WM-Geschichte. Bei der vergangenen WM vor zwei Jahren in Busan waren die deutschen Teams erstmals seit 2016 ohne Edelmetall geblieben.
