|
19.04.2026
13:26 Uhr
|
Blue Origin plant am Sonntag einen Raketenstart. An Bord ist die Fracht eines Mitbewerbers in einem anderen Markt.

Am Sonntagnachmittag soll wieder eine von Amazons Blue-Origin-Raketen ins All steigen. Der Start ist im Zeitfenster zwischen 12:45 Uhr und 14:45 Uhr deutscher Zeit geplant. Eine Schwerlastrakete vom Typ New Glenn soll einen Mobilfunksatelliten von AST SpaceMobile ins All befördern, welcher ganz ohne Mobilfunkgeräte mit Endgeräten kommunizieren soll.
Die Rakete soll denselben Schwerlast-Booster verwenden, mit dem Blue Origin im November erstmals die Rücklandung eines Orbital-Boosters glückte. So etwas war bis dahin nur Elon Musks Unternehmen SpaceX gelungen. Auch dieses Mal will Blue Origin seinen Booster rücklanden und damit seine Konkurrenzfähigkeit zu SpaceX unter Beweis stellen.
Update 19. April, 13:37 Uhr: Der Booster ist erfolgreich gelandet.
Update 19. April, 13:28 Uhr: Nach drei Minuten erfolgte planmäßig der Abwurf des Boosters.
Update 19. April, 13:25 Uhr: Um 13:25 Uhr deutscher Sommerzeit hob die Mission NG-3 in Cape Canaveral ab. Zuvor war der Countdown knapp vier Minuten vor seinem Ablauf angehalten worden. Zu diesem Zeitpunkt sollten die Bordcomputer von New Glenn den Start selbsttätig übernehmen, das System wird dabei nicht mehr vom Boden aus ferngesteuert. Nach einer halben Stunde wurde der Countdown auf 20 Minuten zurückgesetzt, der dann ohne weitere Unterbrechung ablief. Die nächsten spannenden Momente stehen noch bevor: Das Aussetzen des Satelliten und die Landung des Boosters.
Update 19. April, 10:55 Uhr: Blue Origin und AST SpaceMobile haben beide einen Livestream des Ereignisses angekündigt. 30 Minuten vor dem Start wollen beide übertragen, sowohl auf blueorigin.com als auch auf YouTube durch AST SpaceMobile.
An Bord hat die New-Glenn-Rakete etwas, das einem weiteren Unternehmen von Elon Musk und auch Amazon selbst Konkurrenz bescheren könnte: Den Mobilfunksatelliten Bluebird 7 des Anbieters AST SpaceMobile. Dieser soll aus dem Orbit heraus mobile Endgeräte mit Internet versorgen können – ganz ohne Mobilfunktürme als Unterstützung am Boden. Starlink von Elon Musk und Amazons Leo-Satellitenprojekt bieten etwas Ähnliches, jedoch wird für beide ein zusätzlicher Empfänger benötigt. Das Projekt Leo testet Amazon seit Herbst mit ausgewählten Kunden, Mitte dieses Jahres soll der kommerzielle Start erfolgen.
Ein weiterer großer Unterschied zu AST SpaceMobile ist die benötigte Menge an Satelliten: Während Amazon-Gründer Jeff Bezos und Musk tausende Satelliten ins All schießen, decken die Bluebird-Sateliten eine wesentlich größere Fläche ab. Allerdings haben sie auch selbst wesentlich größere Maße, in der Regel rund 220 Quadratmeter. Aber auch sie sollen in erheblicher Zahl um die Erde kreisen – allein für 2026 plant AST 45 bis 60 solcher Satelliten im All zu stationieren. Nicht nur die schiere Masse dieser Satelliten wird – wie auch bei Leo und Starlink – zum Problem, etwa weil sie immer mehr astronomische Aufnahmen unbrauchbar machen. Durch ihre enorme Größe scheinen die Bluebird-Satelliten auf der Erde heller als fast alle Sterne. AST geht darauf bisher nicht ein.
(nen)