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04.06.2026
13:34 Uhr
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Der Kühlerhersteller Noctua zeigt auf der IT-Messe Computex seine erste AIO-Wasserkühlung sowie Prototypen eines Thermosiphon- und Low-Profile-Luftkühlers.

Der österreichische Kühlerspezialist Noctua bringt im Juni seinen ersten All-in-One-Wasserkühler für PC-Prozessoren. Der auf der IT-Messe Computex ausgestellte NL-LC1 wurde zusammen mit der dänischen Firma Asetek entwickelt, die seit rund 30 Jahren in diesem Metier tätig ist. Noctuas Fokus liegt auf besonders leisen Kühllösungen, deshalb steckt der CPU-Kühlblock mit integrierter Pumpe unter einem schall- und vibrationsdämpfenden Absorber. Er besteht aus drei Schichten: Schaumstoff, Schallbarriere und erneut Schaumstoff. Zudem ist der Absorberdeckel mit Silikondämpfern entkoppelt. Das soll die Pumpenlautstärke um 1 bis 4 dB(A) absenken. Das gilt insbesondere für störende, hochfrequente Geräusche oberhalb von 1,5 Kilohertz.
Mark Mantel / heise medien
Die Wasserkühlung gibt es ab Juni 2026 in drei verschiedenen Varianten mit 240, 360 und 420 mm großen Radiatoren zu kaufen, auf denen Noctua-Lüfter vom Typ NF-A14x25 G2 beziehungsweise NF-A12x25 G2 angebracht sind. Die NL-LC1 passt auf alle gängigen CPU-Fassungen. Ein kleiner, optionaler Aufstecklüfter für den Pumpblock kühlt umliegende Bauteile wie Spannungswandler, M.2-SSDs und Speichermodule. Die Wasserkühlung kostet je nach Ausführung zwischen 220 und 280 Euro.
Noch Zukunftsmusik ist die Zweiphasen-Thermosiphon-Kühlung, die Noctua erstmals vor zwei Jahren zur Computex mitgebracht hatte, ohne Pumpe auskommt und deshalb sehr leise arbeitet. Seitdem hat der Hersteller in der Entwicklung deutliche Fortschritte gemacht und zeigt erstmals ein System, bei dem die Thermosiphon-Kühlung ihre Leistungsfähigkeit auf einem Prozessor beweist. Die Kerntemperatur eines AMD Ryzen 9 9950X3D lag mit rund 80 °C auf dem gleichen Niveau wie die eines identischen Testsystems mit herkömmlicher Wasserkühlung.
Bei einer Thermosiphon-Kühlung verdampft die Flüssigkeit im CPU-Kühler, kondensiert im Wärmetauscher und fließt wieder zurück. Noctua optimiert die Struktur des Verdampfers auf dem Prozessor durch vertikale Rippen, sodass die nicht verdampfte Flüssigphase kontrolliert wieder nach unten fließt. Dadurch bleibt der obere Auslass frei von Flüssigtropfen, die den Querschnitt des Gasstroms verengen. Die Flüssigkeitsmenge muss exakt dosiert sein, denn bei zu viel Kühlmittel läuft der Wärmetauscher oder Verdampfer voll und blockiert dadurch den Gasstrom.
Die Oberfläche des Verdampfers hat Noctua mit Kupfer versintert. Das verhindert, dass Flüssigkeitstropfen an der glatten Wandoberfläche das Verdampfen blockieren. Kapillarkräfte sorgen zugleich dafür, dass das Kühlmittel schneller zur heißen Kontaktplatte gelangt. Das Ziel ist eine maximale Wärmestromdichte. Das fertige Produkt peilt Noctua für Ende 2027 zum Preis hochwertiger Wasserkühlungen oder etwas darüber an.
Etwas früher, nämlich in rund einem Jahr, soll ein leistungsstarker Low-Profile-Kühler für AM5-Ryzen-Prozessoren erscheinen. In der Bauhöhe von lediglich 70 Millimetern ist bereits der 25 Millimeter dicke 12-cm-Lüfter enthalten. Er passt wie angegossen auf aktuelle Mini-ITX-Boards, weil er die sogenannten Keep-out-Areas maximal ausschöpft. RAM-Riegel dürfen allerdings nicht höher als 35 Millimeter sein.
Für einen optimalen Wärmeübergang zwischen Prozessor-Heatspreader und Basisplatte von CPU-Kühlern kooperiert Noctua mit dem US-Hersteller Carbice. Das Kohlenstoffnanoröhren-Wärmeleitpad NT-CP1 bietet eine deutlich längere Lebensdauer als Wärmeleitpasten, die nach einigen Nutzungsjahren austrocknen und dadurch an Kühlleistung verlieren. Das Pad besteht aus einer quadratischen, etwa 50 Mikrometer dünnen Aluminiumfolie, auf der beidseitig Kohlenstoffnanoröhren (je 65 Mikrometer) sitzen.