Heise 22.04.2026
16:00 Uhr

Dreame Z30 Pro Aqua-A im Test: Akku-Staubsauger mit Wischfunktion & Knickrohr


Der Dreame Z30 Pro Aqua-A ist ein vollwertiger Akku-Staubsauger, der dank Wischaufsatz und Selbstreinigungsstation zum kompetenten Wischsauger wird.

Dreame Z30 Pro Aqua-A im Test: Akku-Staubsauger mit Wischfunktion & Knickrohr

Zu seinem sechsten Geburtstag bekam Silas einen Gameboy geschenkt, was bei ihm eine Leidenschaft für die Tech- und Gaming-Welt entfachte. Mit zwei linken Händen gesegnet, überließ er das Tüfteln anderen mit deutlich mehr handwerklichem Geschick und entschied sich stattdessen, den Weg der schreibenden Zunft einzuschlagen. Nach Zwischenstopps an der Hochschule Mannheim und der Hochschule Pforzheim studierte er 2014 Crossmedia-Redaktion an der Hochschule der Medien in Stuttgart und schloss dort 2018 seinen Bachelor ab. Für seinen Master studierte er 2019 an der Hochschule Offenburg Medien und Kommunikation mit Schwerpunkt Marketing und schrieb nebenher als Freelancer. Seit 2025 arbeitet er für Heise Medien als Redakteur bei Heise Bestenlisten.

Der Dreame Z30 Pro Aqua wird als Akku-Staubsauger mit Wischaufsatz zum vollwertigen Wischsauger. Dank Knickrohr reinigt er auch unter Möbeln.

Mit dem Z30 Pro Aqua liefert Dreame ein Hybrid-Gerät, das in erster Linie ein Akku-Staubsauger im Stabformat ist, dank Wischaufsatz und Selbstreinigungsstation aber zum vollwertigen Wischsauger wird. Der Vorteil: im Vergleich zu regulären Wischsaugern kann man hier auch einfach nur staubsaugen, ohne dabei zeitgleich wischen zu müssen. Mit bis zu 28.000 Pa Saugleistung ist er zumindest auf dem Papier bestens ausgerüstet, um die Wohnung sauber zu halten.

Wie es neben der Saug- auch um die Wischleistung bestellt ist, schauen wir uns im Test an. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.

Der Dreame Z30 Pro Aqua kommt mit einer Multiflächenbürste sowie der Wischeinheit. Außerdem liegen dem Akku-Staubsauger mehrere Aufsätze bei: eine Fugendüse, ein breiter Bürstenaufsatz für Textiloberflächen und eine weiche Staubdüse für das Absaugen empfindlicher Oberflächen wie LCD-Bildschirme. Zum Aufladen des Akku-Staubsaugers dient die Selbstreinigungsstation, die ebenfalls im Lieferumfang enthalten ist.

Farblich setzt Dreame hier auf edle Goldtöne beim Aluminium-Rohr und der Saugeinheit. Beim Design reiht sich der Z30 Pro Aqua in die typische Optik eines Stab-Akku-Staubsaugers ein und ist mit Maßen von 275 × 1150 × 240 mm erwartungsgemäß schlank und platzsparend. Einen Unterschied zu vielen anderen Akku-Staubsaugern gibt es dennoch: Das Rohr hat oben ein Gelenk, welches sich per Knopfdruck aus seiner Arretierung löst und so einknickt. Durch Begradigen des Rohrs rastet die Arretierung wieder ein. Dank des Knicks kommt man mit dem Staubsauger im 90-Grad-Winkel deutlich einfacher unter Möbel.

Der Dreame Z30 Pro Aqua verfügt über ein Display, welches Ladezustand, Akkustand, Selbstreinigungs- und Trocknungsfortschritt und selbstverständlich auch den aktuellen Saugmodus anzeigt. Die Bedienung erfolgt über zwei Buttons direkt darunter – den Menübutton und den Powerbutton.

Die Selbstreinigungsstation löst das Problem der Aufbewahrung von stabförmigen Staubsaugern hervorragend. Häufig muss man hierfür nämlich eine Wandhalterung installieren, damit das Gerät nicht in alle Richtungen kippt. Über eine ringförmige Halterung, die nach außen hin geöffnet ist, fixiert man den Sauger sicher. Der Schließmechanismus betätigt sich, sobald man den Z30 Pro Aqua in die Station hineinfährt und mit dem Rohr leicht gegen das Innere der Halterung drückt. Ein Manko ist allerdings, dass man ihn nur mit dem Wischaufsatz hineinfahren und fixieren kann.

Bei der Verarbeitung gibt es nichts zu beanstanden. Alle Einzelteile klicken problemlos ineinander und lösen sich ebenso einfach voneinander. Teilweise sogar etwas zu einfach: Beim Lösen des Auffangkorbs flutschte dieser ohne Vorwarnung direkt aus der Halterung und fiel zu Boden. Beim Versuch, ihn gekonnt in der Luft aufzufangen, schlugen wir ihn stattdessen weniger gekonnt mit der Hand zur Seite. Den gut zwei Meter weiten Flug mit Notlandung auf dem Parkettboden überstand der Kunststoffkorb erfreulicherweise unbeschadet.

Da es keine App für den Dreame Z30 Pro Aqua gibt, gilt es nur beim ersten Auspacken, einen Platz für die Selbstreinigungsstation zu finden und diese an die Steckdose zu hängen. Dreame empfiehlt, den Akku vor der ersten Benutzung vollständig aufzuladen, woran wir uns auch halten. Er wird teilgeladen geliefert, in unserem Fall mit 35 Prozent. Die Wischrolle wird von einer Pappverkleidung geschützt, die sich einfach herausziehen lässt. Es gibt mit Ausnahme des Displays keine Kunststofffolie, die man vom Sauger abziehen muss. Beim Auspacken fällt so erfreulich wenig Müll an

Die Befüllung des Wassertanks gelingt unkompliziert über die Gummilasche, sorgt beim Reinigen eingangs aber für Kopfzerbrechen. Der Sauger attestiert uns mehrmals, dass der Wassertank leer sei, obwohl wir ihn bis zum Rand gefüllt haben. Wir entleeren und befüllen ihn mehrmals, setzen den Tank in die Wischeinheit ein und werden nach wenigen Sekunden im Einsatz jedes Mal mit der gleichen Fehlermeldung begrüßt. Zwischendurch beklagt der Z30 Pro Aqua auch einen vollen Schmutzwassertank und will, dass wir den Filter reinigen, obwohl der Sauger bisher nicht zum Wischeinsatz kommen konnte.

Nach mehrmaligem Wasserwechsel und erneutem Einsetzen des Tanks akzeptiert der Akku-Sauger das randvolle Reservoir schließlich doch und nimmt seinen Wischdienst auf. Auch alle weiteren Wischvorgänge startet er anstandslos.

Den Akku-Staubsauger startet man über die bereits erwähnten Buttons am LCD. Der Powerbutton startet den Saug- oder Wischvorgang, der Menübutton links daneben wechselt zwischen den unterschiedlichen Saug- und Wischmodi. Praktischerweise erkennt der Z30 Pro Aqua, mit welchem Aufsatz er verbunden ist, und geht automatisch in den richtigen Reinigungsmodus. Die Selbstreinigung startet man über einen Button an der Station.

Im Wischmodus schnellt der Sauger von allein nach vorn, angetrieben durch die sich drehende Bürstenrolle. Der Wischaufsatz manövriert sich flexibel dank der Gelenke am Bürstenkopf und des knickbaren Rohrs. So lässt er sich sowohl im 90-Grad-Winkel als auch vollständig flach am Boden verwenden.

Der Dreame Z30 Pro Aqua arbeitet mit einer Saugkraft von bis zu 28.000 Pa und kommt mit Parkett, Fliesen und Teppich prima zurecht. Der Bürstenkopf ist mit kleinen motorisierten Klingen ausgestattet, die längere Haare beim Einsaugen direkt zerschneiden und so ein Verheddern verhindern. Auf dem Teppich oder bei größeren Schmutzpartikeln wie Blättern oder Kaffeebohnen sollte man den Schalter vorn am Bürstenkopf umlegen, da er sonst den Schmutz nur vor sich hin schiebt, anstatt ihn aufzusaugen.

Ähnlich mancher Dyson-Staubsauger bildet auch der Z30 Pro Aqua beim Saugen im Automatik-Modus die Größe des aufgesaugten Schmutzes über eine Reihe von Balken auf dem Display ab. Neben dem Automatik-Modus stehen noch der Eco- sowie der Turbo-Modus zur Verfügung. Eine grün leuchtende LED am Bürstenkopf strahlt den Boden unmittelbar vor dem Sauger an und offenbart so selbst feinsten Staub. Wir sind mit der Saugleistung des Z30 Pro Aqua zufrieden, allerdings hat er Schwierigkeiten, mit dem regulären Bürstenkopf auch an Rändern zu saugen. Hier müssen wir auf die Fugenbürste umsteigen, was nervig ist.

Die anschließende Entleerung des Auffangkorbs gelingt per Knopfdruck. Über dem Mülleimer platziert, klappen wir so den Boden des Korbs auf und entleeren den Behälter vollständig. Für eine gründlichere Reinigung des Kunststoffkorbs kann man den HEPA-Filter herausschrauben und mit einem feuchten Lappen von innen auswischen.

Auch beim Wischen kann der Akku-Staubsauger überzeugen. Wir fahren mit ihm Parkett- sowie Fliesenboden ab und bekämpfen verschüttete Milch, Ahornsirup, Mayonnaise und Olivenöl. Er meistert alle Verschmutzungen mit Bravour und hinterlässt einen sauberen Boden ohne Rückstände. Zur Auswahl stehen zwei Modi: der Standardmodus, bei dem der Wischsauger sowohl Wasser verteilt als auch saugt und der Saugmodus, bei dem das Gerät lediglich aufsaugt – primär Flüssigkeiten.

Natürlich fahren wir mit dem Z30 Pro Aqua auch über feste Schmutzpartikel, nämlich Krümel, Staub und Haare. Diese nimmt die Wischrolle anstandslos auf und befördert sie in den Schmutzwassertank, wo die festen Bestandteile von der Plörre getrennt werden und im Auffangsieb landen.

Die Selbstreinigung per Station erfolgt erst, nachdem wir den Schmutzwassertank geleert und gereinigt haben. Das geht relativ unkompliziert, durch Abziehen des Deckels. Die automatische Schmutztrennung funktioniert hervorragend, und das Auffangsieb lässt sich zum Entleeren einfach aus dem Tank herausnehmen. Der anschließende Selbstreinigungsvorgang benötigt in etwa fünf Minuten und bewegt sich, was die Lautstärke angeht, bei etwa 50 dB(A) (gemessen per Smartphone-App). Der Trocknungsvorgang bei 70 °C warmer Luft startet unmittelbar danach und zieht für 30 Minuten auf etwa 60 dB(A) an.

Beim Saugen kommt der Dreame Z30 Pro Aqua auf maximal knapp 71 dB(A), bewegt sich im Schnitt aber bei knapp 62 dB(A). Beim Wischsaugen wird er nicht ganz so laut, kommt aber dennoch auf Höchstwerte von 68 dB(A). Die meiste Zeit arbeitet er aber bei glatten 60 dB(A).

Beim Saugen kommt der 25.600-mAh-Akku aus acht Zellen auf maximal 90 Minuten, vorausgesetzt, man fährt nur im energiesparenden Eco-Modus. Im Automatik-Modus sind hier 35 bis 45 Minuten realistisch, abhängig davon, wie häufig der Sauger die Leistung temporär hochfahren muss. Beim Wischsaugen sieht es mit maximal 45 Minuten ähnlich aus. Vollständig aufgeladen ist der Akku nach vier Stunden.

Der Dreame Z30 Pro Aqua hat eine UVP von 600 Euro. Zum Produktlaunch gibt es ihn aktuell für 500 Euro.

Während man bei regulären Wischsaugern meist nicht saugen kann, ohne zu wischen, bietet einem der Dreame Z30 Pro Aqua genau diese Möglichkeit. An Saugkraft und Reinigungsleistung büßt er dabei als Hybrid-Gerät nicht ein und überzeugt sowohl auf Fliesen, Parkett als auch Teppich mit einer guten Performance. Die Selbstreinigungsstation bietet dank sinnvollem Design zugleich eine prima Aufbewahrungsmöglichkeit des stabförmigen Akku-Staubsaugers.

Die gelungene Trennung von Schmutzwasser und festem Schmutz in zwei unterschiedlichen Fächern erleichtert die anschließende Reinigung des Tanks. Schwierigkeiten bei der ersten Inbetriebnahme des Geräts frustrieren, wenngleich das Gerät seitdem problemlos arbeitet. Bei einer UVP von 600 Euro erwarten wir hier definitiv mehr. Dass der Sauger mit seinem regulären Bürstenkopf nur schwer in Kanten kommt, ist zwar nervig, durch die inkludierte Fugenbürste lassen sich diese Stellen aber wenigstens trotzdem reinigen.

Wer mit dem Preis kein Problem hat, bekommt trotz alledem ein starkes Hybrid-Gerät, bei dem man keinen zusätzlichen Staubsauger kaufen muss, wenn man nur mal schnell über den Boden saugen möchte.