Heise 22.05.2026
16:17 Uhr

Drei Fragen und Antworten: Wie man Kostentreiber beim Vibe Coding vermeidet


Diskussionen um Coding mit KI drehen sich häufig um Anekdoten, selten um Kostenschätzungen. Ein Blick darauf, wie man solche Projekte überschlagen kann.

Drei Fragen und Antworten: Wie man Kostentreiber beim Vibe Coding vermeidet

Beim Vibe Coding delegieren Entwickler die technische Umsetzung – Syntax, Boilerplate, Logikstrukturen – fast vollständig an ein Large Language Model. Menschen agieren nicht mehr als Autoren einzelner Codezeilen, sondern geben nur noch das gewünschte Verhalten und die Architektur der Anwendung vor. Doch wie sieht es in der Praxis mit den Kosten für ein solches Projekt aus? Stefan Müller, Titelautor der neuen iX 6/2026, erklärt, worauf man achten muss.

Andererseits entscheidet die Modellqualität: Wenn wir auf den Open-Source-Bereich festgelegt sind, explodieren die Token-Budgets schnell. Das hat nicht zwangsläufig hohe Kosten zur Folge, weil der Tokenpreis pro Million mit der geringeren Modellqualität ja ebenfalls sinkt (wobei Modelle wie DeepSeek V4 selbst diese Logik gerade durchbrechen). Dafür gehen die Personalkosten hoch – wegen des permanenten Nachbesserns und „Reparierens“ des entstandenen Codes. Das ist auch ein versteckter Kostentreiber: Wenn die Softwareentwickler dabei frustriert werden, finden weitere Einsätze dieses Ansatzes zukünftig weniger Akzeptanz.

Im Fall von Open-Source-Modellen würde ich den KI-Einsatz stark limitieren und nur punktuell im Entwicklungsprozess unterstützen lassen – zum Beispiel für einfache Tests oder das Schreiben von Boilerplate anhand konkreter Beispiele und Referenzen.

Stefan, vielen Dank für die Antworten! Einen Überblick, wie man Tokenbudget und Kosten für Vibe Coding schätzt, gibt es in der neuen iX. Außerdem zeigen wir, was die KI-gestützte Entwicklung in IT-Beratungen und Softwarehäusern kostet – und befassen uns damit, was KI-Gateways als Tools für Kostenkontrolle leisten können. All das und viele weitere Themen finden Leser im Juni-Heft, das ab sofort im heise Shop oder am Kiosk erhältlich ist.

In der Serie „Drei Fragen und Antworten“ will die iX die heutigen Herausforderungen der IT auf den Punkt bringen – egal ob es sich um den Blick des Anwenders vorm PC, die Sicht des Managers oder den Alltag eines Administrators handelt. Haben Sie Anregungen aus Ihrer tagtäglichen Praxis oder der Ihrer Nutzer? Wessen Tipps zu welchem Thema würden Sie gerne kurz und knackig lesen? Dann schreiben Sie uns gerne oder hinterlassen Sie einen Kommentar im Forum.

(axk)