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26.05.2026
11:29 Uhr
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Ferraris erstes batterieelektrisches Modell ist ein geräumiger, 772 kW leistender GT-Crossover. Mit einem Preis von über 500.000 Euro ist es ziemlich teuer.

Der Name ist schon mal eine Ansage: „Luce“ ist italienisch für Strom, abgeleitet natürlich von der Ursprungsbedeutung „Licht“. Für Ferrari ist ein Elektroauto nicht einfach ein weiteres Angebot, es ist natürlich auch ein Wagnis angesichts der Tifosi, die sich schon immer und ganz mehrheitlich über die vielzylindrigen Verbrenner begeisterten – mehr als viele Anwohner selbstredend. Aber die Zeiten sind nun mal so, dass sich ein Hersteller ohne Elektroauto sehr teuren Strafzahlungen stellen oder – weniger teuer – einen Geschäftspartner mit Elektroautos suchen muss. Doch nun einfach einen elektrischen Ferrari Purosangue zu kreieren, würde dem Selbstverständnis der Marke aus Maranello widersprechen. „Der Ferrari Luce bringt zusammen, was wir sind und was wir sein wollen“, sagt John Elkann, der Aufsichtsratsvorsitzende von Ferrari.
Der Ferrari Luce ist sicher nicht zufällig kein flacher Zweisitzer, kein SUV und auch kein klassischer Gran Turismo. Das fünfsitzige, viertürige Crossover mit vier Elektromotoren, 772 kW, einer Batterie mit einer Kapazität von 122 kWh, 800-Volt-Architektur, aktivem Fahrwerk, Hinterachslenkung und einem Design, das man so bei Ferrari noch nicht gesehen hat. Nicht Flavio Manzoni und das Centro Stile allein prägten die Form, sondern LoveFrom, das Kreativkollektiv um Jony Ive und Marc Newson. Jony Ive war maßgeblich am Design des iMac G3 mit dem bunten, transparenten All-in-One-Design, das Apple rettete, beteiligt und am Entwurf des iPod mit dem Click-Wheel-Design.
Ferrari
Der Luce setzt nicht auf die aggressive Supersportwagen-Formensprache, sondern auf eine schalenartige Linie. Ganz im Sinne der Geräte aus Cupertino mit dem angebissenen Obst. Gegenläufig öffnende Türen erleichtern den Zugang. Mit 0,254 erreicht der Luce den niedrigsten cW-Wert aller Ferraris, soll aber dennoch viel Abtrieb generieren. Dazu kommt die Tatsache, dass der Schwerpunkt des Luce um 9,5 Zentimeter tiefer liegt als der des Purosangue. Der Luce ist 5,026 Meter lang, 1,999 Meter breit, 1,544 Meter hoch und hat mit 2,961 Metern exakt den Radstand eines 296 GTB.
Die Kabine sitzt weit vorn, die „Module-to-Pack”-Batterie tief im Fahrzeugboden. So können die Pouchzellen bei Bedarf gewechselt werden, beispielsweise wenn leistungsfähigere Energiespeicher verfügbar sind. Geladen wird mit bis zu 350 kW. Der Luce soll mit einer Batterieladung rund 530 Kilometer weit kommen. Überragend ist das nicht, trotz einer maximalen Rekuperation von 500 kW. Die Hinterachsmotoren leisten je 310 kW, die vorderen je 105. Mit der Systemleistung von 772 kW ist der Luce ähnlich leistungsfähig wie ein Porsche Taycan Turbo GT mit 760 kW, der Lotus Emeya R mit 675 kW oder der Mercedes-AMG GT mit bis zu 860 kW. Der Luce sprintet in 2,5 Sekunden auf 100 km/h, in 6,8 Sekunden auf 200 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 310 km/h. Das Leergewicht liegt bei 2260 Kilogramm, für ein fünfsitziges Elektroauto mit 122-kWh-Batterie ist das beinahe schlank.