Heise 20.05.2026
13:44 Uhr

Fahrradmesse Eurobike will sich mit neuem Konzept retten


Die Fahrradmesse Eurobike kämpft mit neuem Konzept um Zukunft. Nach Zerwürfnis mit Verbänden soll Fokus auf Geschäftskunden liegen.

Fahrradmesse Eurobike will sich mit neuem Konzept retten

Die 35. Ausgabe der Eurobike soll vom 1. bis 3. September 2027 stattfinden und sich stärker auf Geschäftskunden konzentrieren. Die Messe wäre damit noch einmal einen Tag kürzer als die aktuelle Ausgabe (24.–27. Juni), die bereits einen Tag weniger hat als ihre Vorgängerin. Erstmals soll im kommenden Jahr das Ostgelände der Messe mit drei Hallen und einem zentralen Marktplatz genutzt werden. 2025 waren es noch fünf Hallen im Westen des Geländes.

Die einst in Friedrichshafen gegründete Fahrradschau leidet unter rückläufigen Besucher- und Ausstellerzahlen. Wichtige Hersteller, Händler und Zulieferer waren schon im vergangenen Jahr nicht vertreten oder haben für 2026 abgesagt. Der Zweirad-Industrieverband (ZIV) und die Vereinigung Zukunft Fahrrad haben die Zusammenarbeit mit der Eurobike aufgekündigt. Sie kritisieren fehlende Ordermöglichkeiten, hohe Standmieten und eine mangelnde politische Relevanz der Messe.

Nach dem Zerwürfnis mit den Verbänden hat Fairnamic einen Beirat gegründet und Interviews mit den verschiedenen Beteiligten geführt. Aufbauend auf den Rückmeldungen sollen nun die Interessen der Geschäftskunden stärker in den Fokus rücken, führende Bike-Marken zurückgewonnen und wichtige Themenkomplexe wie Service, Werkstatt, Infrastruktur und Innovationen ausgebaut werden, teilte das Unternehmen mit.

Intern nimmt die Messegesellschaft Frankfurt in dem Joint Venture mit der Messe Friedrichshafen den Lenker fester in den Griff. Nach dem Austausch des Geschäftsführers zu Jahresbeginn übernehmen die Frankfurter die Entscheidungshoheit über die Eurobike, heißt es in der Mitteilung. Die Messe Friedrichshafen werde die weitere Entwicklung der Luftfahrtmesse Aero vorantreiben.

(afl)