Heise 10.09.2026
16:24 Uhr

Faltbarer mobiler Monitor Asus Zenscreen Fold OLED MQ17QH beeindruckt im Test


Futuristisch faltbar, astronomisch teuer: Der Asus Zenscreen Fold OLED MQ17QH ist ein mobiler Premium-Monitor und lässt sich auf DIN-A4-Format falten.

Faltbarer mobiler Monitor Asus Zenscreen Fold OLED MQ17QH beeindruckt im Test

Bereits im zarten Alter von fünf Jahren hatte Jonas seinen ersten PC und hat glücklicherweise noch die Zeit von Kassetten, CDs und Disketten miterlebt. Seitdem hat ihn Technik und der Spaß an Gadgets nicht mehr losgelassen. Angefangen hat er 2023 als Volontär bei TechStage, das 2024 in heise bestenlisten übergegangen ist. Seit 2025 ist er dort nun fest als Redakteur im Team tätig und allen voran Experte für Mini-PCs. Weiterhin testet er für allerlei PC-Zubehör, Saugroboter, Ladegeräte und Powerbanks. Privat ist er Vielleser, Bahn-Nerd und Musikliebhaber, wobei sein Musikgeschmack so vielfältig ist wie er selbst.

Futuristisch faltbar, astronomisch teuer: Der Asus Zenscreen Fold OLED MQ17QH ist ein mobiler Premium-Monitor und lässt sich auf DIN-A4-Format falten.

Ein Monitor, der sich in der Mitte zusammenklappen lässt wie ein Notizbuch: Der Asus Zenscreen Fold OLED MQ17QH faltet seine 17,3 Zoll auf etwa DIN-A4-Grundfläche und passt so in Rucksäcke, in denen ein starres 17-Zoll-Panel keine Chance hätte. Das fühlt sich noch immer nach Zukunft an, obwohl Falt-Displays in Smartphones längst angekommen sind. In einem Monitor wirkt der Effekt noch deutlich beeindruckender.

Dazu kommt ein OLED-Panel statt des sonst üblichen IPS und ein 4:3-Format, das man auf dem Monitormarkt sonst kaum noch findet. Es zeigt in der Höhe deutlich mehr Inhalt als die verbreiteten 16:9-Panels.

Der Haken steht auf dem Preisschild: 2116 Euro. Dafür bekommt man einen kompletten Gaming-PC oder fast schon ein Notebook mit Falt-Display, also ein ganzes System statt eines Zweitbildschirms. Rechtfertigt die Falttechnik diesen Aufschlag? Im Test klären wir, was der Zenscreen Fold jenseits des Wow-Effekts liefert.

Das Auf- und Zuklappen macht schlicht Spaß. Das Panel legt sich fast plan zusammen, die Bewegung läuft gleichmäßig und ohne Ruckeln, das Scharnier hält jede Zwischenposition. Wer ein Falt-Smartphone kennt, erlebt hier dasselbe Prinzip in vierfacher Fläche – und genau diese Größe macht den Unterschied. Aus einem A4-Block wird ein Monitor. Dieser Trick verliert auch nach der zwanzigsten Wiederholung nichts von seinem Reiz.

Das Gehäuse besteht vollständig aus Aluminium und wirkt stabil. Die Farbe nennt Asus Stardust Gray, das Design bleibt schlicht: silbergrau, ohne Akzente, lediglich ein stilisiertes Asus-Logo und der Zenscreen-Fold-Schriftzug. Für über 2000 Euro darf man optisch und haptisch mehr Luxus erwarten, hier bleibt der Monitor bewusst nüchtern.

Aufgeklappt misst der Zenscreen Fold 368,2 x 286,8 x 9,7 mm ohne Standfuß und wiegt 1,17 kg. Für 17,3 Zoll ist das vertretbar, leicht ist es nicht: Zusätzlich zum Notebook merkt man das Gewicht im Rucksack. Der Gewinn liegt in der Grundfläche, denn zusammengefaltet entspricht das Gerät ungefähr einem DIN-A4-Block.

Das Scharnier, das die die beiden Hälften verbindet, ist von einer Gehäuseblende verdeckt, was den Mechanismus schützt. Wie haltbar die Konstruktion nach tausenden Faltvorgängen ist, lässt sich in einem Alltags-Test ohne Zerstörung nicht klären. In der Mitte bleibt der Falzknick sichtbar und fühlbar, wie bei faltbaren Displays üblich. Je nach Blickwinkel und Einsatzzweck kann das stören, im Test fiel uns der Knick gelegentlich auf, störte aber nur selten.

Rückseitig klappt ein schräger Standfuß aus Metall aus. Er wirkt dünn und mutet beim Ausklappen etwas blechern an, hält den Monitor aber zuverlässig und stabil in Position. Zusätzlich gibt es ein Stativgewinde, etwa für Monitorarme oder Fotostative. Eine automatische Bildrotation, einstellbar über die Onboard-Bedienoberfläche des Bildschirms, dreht den Inhalt beim Wechsel zwischen Quer- und Hochformat.

Die Anschlüsse bewegen sich im üblichen Rahmen für mobile Monitore. Zwei USB-C-Ports übertragen per Displayport-Alt-Mode Bild und Ton und nehmen zugleich Strom per Power Delivery entgegen. Ein Kabel zum Notebook genügt also, sofern die Quelle genug Leistung liefert. Der typische Verbrauch liegt bei 12 W, im Standby bei 0,5 W. Ein externes USB-C-Netzteil gehört zur Ausstattung, es empfiehlt sich bei Smartphones und schwachbrüstigen Ports.

Dazu kommt ein Mini-HDMI-Anschluss. Ein vollwertiger HDMI-Port wäre praxisgerechter, weil Standardkabel passen würden. Für Konsolen und Kameras braucht es hier ein Adapterkabel. Asus nennt die HDMI-Version nicht; für die volle Auflösung bei 60 Hz reicht die Bandbreite. Ein 3,5-mm-Klinkenausgang gibt Ton aus.

Lautsprecher fehlen; das ist bei diesem Preis ungewöhnlich, praktisch aber verschmerzbar, weil eingebaute Monitorlautsprecher ohnehin selten für mehr als Systemtöne taugen. Ohne Kopfhörer oder Box bleibt der Zenscreen Fold insofern stumm. Auf den Monitor gibt Asus drei Jahre Garantie.

Das OLED-Panel misst 17,3 Zoll und löst mit 2560 x 1920 Pixeln im 4:3-Format auf. Das ergibt 185 ppi (Pixel pro Zoll) und ein sehr scharfes Bild. Die Bildwiederholfrequenz beträgt 60 Hz, die Reaktionszeit 0,2 ms (GtG) – Bewegtbild bleibt sauber, für schnelle Shooter fehlt aber die höhere Frequenz. Adaptive Sync nennt Asus nicht.

Die Farben wirken knallig und kräftig, Asus gibt eine Abdeckung des Farbraums DCI-P3 von 100 % an. Der Kontrast liegt technikbedingt bei 1.000.000:1, Schwarz bleibt wirklich schwarz. Die HDR-Zertifizierung DisplayHDR True Black 500 ist bei OLED mehr als ein Logo, zertifizierte Bildschirme müssen also 500 cd/m² Spitzenhelligkeit im HDR-Modus erreichen. Das ist für den Außeneinsatz in unseren Augen das Minimum für halbwegs gute Ablesbarkeit, für den hohen Preis hätte es durchaus noch mehr sein dürfen.

In SDR messen wir bei voller Helligkeit gut 360 cd/m² und damit knapp über den angegebenen 350 cd/m². Für Innenräume reicht das, draußen nicht: Die spiegelnde Oberfläche wirft Fenster und Sonne deutlich zurück. Hier wären 500 cd/m² oder mehr dauerhaft nötig.

Der Zenscreen Fold OLED MQ17QH kostet aktuell rund 2116 Euro. Das ist für einen portablen Monitor astronomisch. Gute portable OLED-Modelle ohne Faltmechanik liegen bei 300 bis 600 Euro, hochwertige 4K-Modelle mit Touch und Aluminiumgehäuse unter 300 Euro. Bei etwa 1000 Euro wäre der Aufpreis für die Falttechnik diskutabel. Beim aktuellen Kurs bezahlt man den Faltmechanismus etwa dreifach – und bekommt dafür weder Lautsprecher noch hohe Helligkeit.

Der Asus Zenscreen Fold OLED MQ17QH ist das faszinierendste Gerät seiner Klasse. Das Aufklappen fühlt sich an wie ein Blick in die nahe Zukunft des mobilen Arbeitens, und es löst ein echtes Problem: 17,3 Zoll Bildfläche im DIN-A4-Format. Das Aluminiumgehäuse ist solide, der Standfuß hält trotz blechernem Klang zuverlässig, das OLED-Panel liefert kräftige Farben, sehr hohen Kontrast und dank 4:3 viel Platz in der Höhe.

Dem stehen klare Schwächen gegenüber. Mit gerade einmal 360 cd/m² bleibt der Bildschirm hinter dem zurück, was die spiegelnde Oberfläche verlangt, draußen ist er kaum nutzbar. Lautsprecher fehlen, statt vollwertigem HDMI gibt es nur Mini-HDMI, der Falzknick bleibt sichtbar, und das Design bietet für diese Preisklasse zu wenig. Bei 2116 Euro bleibt der Monitor damit eine technische Spielerei statt einer dringend nötigen Alltagshilfe.

Eine allgemeine Kaufempfehlung für jedermann gibt es nicht, zu exotisch ist das Produkt. Wer lediglich für den Alltag ein transportables OLED sucht, fährt mit einem klassischen 15,6-Zoll-Modell für einen Bruchteil besser, wer maximale Bildfläche will, greift zu einem Dual-Screen-Monitor wie dem Uperfect Delta Max. Sucht man jedoch bewusst die technische Faszination, hat der Asus Zenscreen Fold OLED MQ17QH in jedem Fall seinen Reiz.