Heise 14.10.2026
11:18 Uhr

HomeView kann iPhone- und iPad-Apps nutzen – über eine Art CarPlay


Zwar hat der HomeView keinen App Store, er kann aber unter Umständen doch mit iOS- und iPadOS-Anwendungen umgehen. Das braucht aber einen Trick.

HomeView kann iPhone- und iPad-Apps nutzen – über eine Art CarPlay

Apples neue HomeView-Heimzentrale ist ein für den Konzern merkwürdiges Gerät: Es bietet eine Touchscreen-Oberfläche und Apple-eigene Apps, aber kein für Entwickler greifbares Betriebssystem oder einen App Store. Gänzlich ohne externe Anwendungen bleibt die am Dienstag vorgestellte Hardware allerdings nicht. Wie Apple im Kleingedruckten versteckt hat, werden „Third-Party-Audio- und Video-Apps“ unterstützt, die vom iPhone (und offenbar auch iPad) stammen.

Dabei wird eine Art CarPlay verwendet: Der HomeView dient also als eine Art Wiedergabebildschirm, wie man das von der Verwendung des iPhone im Fahrzeug-Display kennt. Apple selbst macht es vor: Das Unternehmen hat die Anwendungen Hörbücher (Audiobooks), Apple Music Classical, News (nur in englischsprachigen Ländern verfügbar) sowie Apple TV (Videodienst) angepasst.

Nicht möglich ist offenbar, bereits vorhandene CarPlay-Apps zu verwenden, es handelt sich um „CarPlay-artiges“ System, das ähnliche (aber neue) Frameworks verwendet, die Apple in den kommenden Wochen Entwicklern bereitstellen dürfte. Das heißt, dass Developer offenbar zunächst tätig werden müssen, wenn ihre Multimedia-Apps auch auf dem HomeView laufen sollen. Devs haben aktuell ohnehin einiges zu tun: Etwa müssen sie ihre Anwendungen auch an die neue Bildschirmgröße des bald erscheinenden iPhone Duo anpassen. Allerdings bietet Apple mit iOS 27 Frameworks an, die dies erleichtern, beziehungsweise Apps ein einfaches Resizing ermöglichen. Ob Apple für den HomeView auch andere App-Arten zulässt – etwa Reader-Programme –, bleibt abzuwarten.

Wie schnell beliebte Apps wie jene von Spotify, Audible, Netflix oder YouTube an den HomeView angepasst werden, ist ebenfalls unklar. Manchmal sperrt sich ein Anbieter auch. So hatte etwa Google lange YouTube nicht für die Vision Pro angepasst, Netflix fehlt bis heute. Amazon könnte sich gegebenenfalls gegen Prime- und Audible-Apps auf dem HomeView sperren, weil der Konzern selbst Heimzentralen vermarktet(e).

Der HomeView erscheint am 13. November, die Vorbestellphase hat begonnen. In Europa ist allerdings nur Großbritannien dabei, die EU ist aufgrund der noch immer laufenden Siri-AI-Verhandlungen mit der Kommission bislang raus. Das Betriebssystem des HomeView hat übrigens keinen Namen: Die Marke homeOS hat Apple wider Erwarten nicht verwendet. Stattdessen heißt es schlicht „HomeView Software“, aktuell in Version 27.2.

Apple hat auf seiner Developer-Seite für CarPlay Angaben zum HomeView ergänzt. Demnach laufen CarPlay-Apps aus den Bereichen Audio und Video „ohne die Notwendigkeit von Änderungen an Deiner App“.

Dafür sind aber offenbar die üblichen CarPlay-Entitlements notwendig, bei denen Apple prüft, ob eine App den CarPlay-Kriterien entspricht. Spezifische Kriterien für den HomeView (oder überhaupt spezifische Entitlements für das Gerät) scheint es bislang nicht zu geben, meldet das Blog AppleInsider. Diese würden etwa gebraucht, um den YouTube-Client auf die Heimzentrale zu holen, der für CarPlay ohnehin noch nicht existiert. Allerdings könnten YouTube (oder Netflix) ein Video-Entitlement für CarPlay beantragen, mit dem die Apps dann auch auf dem HomeView landen würden. Dieses Entitlement ist derzeit vergleichsweise sinnfrei, da nur wenige Autos Video in CarPlay darstellen können.

Ebenfalls auf dem HomeView darstellbar sind iOS-Widgets, die jetzt schon unter CarPlay verfügbar sind.

(bsc)