Heise 19.03.2026
10:49 Uhr

Interview: „Menschen nehmen nicht mehr wahr, dass sie mit einer KI sprechen“


KI‑gestützte Telefonassistenten sollen Anrufe bearbeiten. Wie das bei Fonio funktioniert, erklärt CEO Daniel Keinrath.

Interview: „Menschen nehmen nicht mehr wahr, dass sie mit einer KI sprechen“

Überlastete Leitungen, lange Warteschleifen und knappe Personalressourcen gehören für viele Arztpraxen und andere Einrichtungen im Gesundheitswesen inzwischen zum Alltag. Gerade zu Stoßzeiten bündeln sich Terminwünsche, Rezeptanfragen und organisatorische Rückfragen – häufig zulasten der eigentlichen Patientenversorgung. Telefonassistenten sollen helfen, Anrufe zu strukturieren und Routineaufgaben zu automatisieren, ohne zusätzliche personelle Ressourcen binden zu müssen.

Helfen sollen KI-gestützte Telefonassistenten wie 321 MED, Docmedio, Vitas, Medivoice oder Doctolibs Aaron, die Gespräche entgegennehmen, Termine buchen oder Anfragen vorsortieren. Der Anbieter Fonio gibt an, derzeit knapp 400 Kundinnen und Kunden im Gesundheitsbereich zu betreuen.

Im Gespräch mit heise online erklärt Fonio-Mitgründer und CEO Daniel Keinrath, wie das System aufgebaut ist und wo derzeit die größten technischen Herausforderungen liegen.

Bisher lief es häufig so, dass Kunden von uns eine separate KI-Telefonnummer bekamen und ihre Hauptnummer weiterleiteten. Mit Easybell – einem Berliner Telekommunikationsanbieter für VoIP, SIP-Trunks und Cloud-Telefonanlagen – können deren Geschäftskunden unsere KI direkt in ihre bestehende Cloud-PBX integrieren, ohne zusätzliche Rufweiterleitungen. Gerade für Mittelständler mit vielen Nebenstellen ist das hilfreich. Die KI kann Anrufe direkt routen oder Termine buchen, ohne dass Anrufe technisch aus dem System heraus- und wieder hineingeleitet werden müssen.

(mack)