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24.08.2026
14:53 Uhr
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Das Steuermodell des iPhone-Herstellers in Europa musste nach einem EU-Verfahren geändert werden. Nun ist klar, wie massiv Irland davon profitiert.

17 Milliarden US-Dollar, also gut 14,6 Milliarden Euro, hat Apple in Irland für das Ende September 2025 abgelaufene letzte Geschäftsjahr an Steuern entrichtet. Die Summe kam durch Apples verlorene Klage gegen die EU-Kommission zustande, die das Steuersparmodell des Konzerns als illegale Subvention ansieht – was so dann auch vor den zuständigen EU-Gerichten bestätigt wurde. Laut einem neuen Steuerbericht, den Apple nach europäischen Vorgaben regelmäßig abgeben muss, lag der Umsatz in Irland bei 213 Milliarden Dollar, der Gewinn bei 34,64 Milliarden. Die Mitarbeiterzahl in dem Land wird mit fast 5600 Personen angegeben.
In dem Report wird auch aufgeführt, was Apple in Deutschland umgesetzt und versteuert hat. Dies waren bei einem Umsatz von 2,7 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 208 Millionen Dollar gut 153 Millionen Dollar Unternehmenssteuern (als Income Tax bezeichnet). Apple hat hierzulande nach Irland die höchste Mitarbeiterzahl in der EU: Dank des European Silicon Design Center in München mit gut 2000 Angestellten sind es nun insgesamt 4100 Mitarbeiter.
Die Zahlung in Irland wurde mit der Auflösung des Treuhandkontos infolge der Beihilfe-Entscheidung der EU-Kommission und des Urteils des Europäischen Gerichtshofs begründet. Apple hatte im September 2024 einen jahrelangen Rechtsstreit mit der EU-Kommission verloren. Hintergrund waren Steuervergünstigungen, die Apple in Irland lange gewährt worden waren. Die EU-Kommission hielt dieses Vorgehen für wettbewerbsverzerrend und forderte Apple auf, insgesamt 13 Milliarden Euro Steuern plus Zinsen zu zahlen. Daraus ergeben sich besagte 14,6 Milliarden. In Zukunft dürfte Apple weiterhin einige Milliarden in Irland an Steuern zahlen, eine solch gigantische Summe dürfte aber nicht mehr erreicht werden.
Apple scheint teilweise Belastungen aus den Vorjahren oder von Mutterfirmen seiner örtlichen Töchter einzuberechnen, wie aus dem Report hervorgeht. Wie genau dieses Modell funktioniert, erklärte der Konzern nicht. In einer Stellungnahme hieß es, als US-amerikanisches Unternehmen würden Design, Entwicklung, technische Konstruktion und anderes für die Produkte und Dienstleistungen in den USA vorgenommen. Apples Team in Cork betreut laut dem Konzern Kunden in über 120 Ländern und ist für den Verkauf von Apple-Produkten samt Dienstleistungen in über 50 Ländern verantwortlich, einschließlich der EU. Die Teams in anderen Ländern unterstützen verschiedene Bereiche des Apple-Geschäfts. Der Konzern zahle Steuern entsprechend solcher Aktivitäten.
Apple sei seit über 40 Jahren in Europa tätig. In Deutschland wurde die Niederlassung 1981 eröffnet – anfangs mit zehn Leuten, so Apple. Der Konzern betonte einmal mehr seine Lieferantenverhältnisse mit hiesigen Firmen: Apple arbeitet laut eigenen Angaben mit zahlreichen deutschen Zuliefererunternehmen zusammen (sowie ausländischen mit hiesigen Filialen), darunter Bosch, Trumpf, Infineon, NXP, Murata und TDK. Damit trägt Apple laut eigener Einschätzung zur Sicherung tausender Arbeitsplätze entlang der Lieferketten bei.
(bsc)