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28.04.2026
16:00 Uhr
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Der Sunseeker S4 ist ein weiterer Mähroboter, der mithilfe von LiDAR und KI-Kamera navigiert. Ist er damit auch für komplexe Gärten geeignet? Der Test zeigt es.

Nach seinem Studium begann Kai seine journalistische Laufbahn Mitte der 90er bei der PC Professionell. Für Heise Bestenlisten by TechStage berichtet er über interessante Produkte aus den Bereichen Smart-Home, Überwachungskameras, Balkonkraftwerke, Mähroboter und vieles mehr.
Der Sunseeker S4 ist ein weiterer Mähroboter, der mithilfe von LiDAR und KI-Kamera navigiert. Ist er damit auch für komplexe Gärten geeignet? Der Test zeigt es.
Mähroboter mit LiDAR sind inzwischen keine Seltenheit mehr. Das hat seine Gründe: LiDAR bietet gegenüber RTK klare Vorteile bei der Navigation in schattigen Gärten. Außerdem ist die Inbetriebnahme einfacher, da keine RTK-Antenne installiert werden muss. Diesem Trend folgt Sunseeker mit dem S4, einem Mähroboter, der für Flächen bis 1000 m² ausgelegt ist und eine Schnittbreite von 18 cm aufweist. Auf dem Papier ist er damit ideal für kleine bis mittelgroße sowie komplexe Gärten geeignet. Ob der knapp 1000 Euro teure Mähroboter diese Vorzüge auf einem anspruchsvollen Testparcours mit flachen und steileren Abschnitten sowie einer nur 70 cm breiten Engstelle unter Beweis stellen kann, zeigt der Test.
Mit 63,8 * 42,2 * 27,4 cm fällt der nur 11 kg schwere Sunseeker S4 relativ kompakt aus. Der Antrieb erfolgt über die hinteren Räder, die anders als die Vorderräder mit ihrem grobstolligen Profil nicht vom schwarz-grauen Gehäuse verdeckt werden. Das äußere Erscheinungsbild ähnelt dem vieler LiDAR-Mähroboter, die wie der S4 ein 360-Grad-LiDAR verwenden und an der klassischen LiDAR-Kuppel im vorderen Bereich zu erkennen sind. Diese fällt beim S4 jedoch relativ groß aus.
Durchdacht ist die Ladestation, die nicht nur die Schutzkappe des LiDAR-Sensors aufnehmen, sondern auch eine integrierte Reinigungsbürste bieten kann, sodass die LiDAR-Kuppel beim Ein- und Ausfahren des Mähroboters automatisch gereinigt wird. Zumindest reicht dies aus, um Blütenstaub zu entfernen, der sich am Teststandort niederschlägt.
Die Verarbeitung ist ansonsten sehr gut, das Gehäuse hinterlässt einen robusten Eindruck. Unter der Klappe im hinteren Bereich befinden sich wie üblich ein kleines Display mit einigen Tasten zur Bedienung, über die nach dem Starten des Roboters der PIN-Code eingegeben, aber auch der Mähvorgang gestartet werden kann. Zudem lässt sich über einen Drehregler die Schnitthöhe von 20 bis 60 mm einstellen.
Die Mähscheibe bietet eine Schnittbreite von nur 18 cm, ist dafür aber schwimmend gelagert und passt ihren Abstand zum Boden bei Unebenheiten entsprechend an, sodass die sechs Messer für ein gleichmäßiges Schnittbild sorgen sollten. Eine spezielle Option für das Randmähen bietet der S4 nicht. Weder ist eine Trimmeinheit integriert – wie sie unter anderem die Ecovacs-Modellen O1200, A1600 und A3000 LiDAR Pro bieten – noch fährt die Mähscheibe wie beim Dreame A3500 Pro an den Rand. Somit bleibt bei Rasen mit einer festen Begrenzung wie Randsteinen mindestens ein zehn Zentimeter breiter Rand ungemäht.
Positiv ist, dass der Sunseeker S4 einen austauschbaren Akku bietet. Was dieser kostet, ließ sich bis zum Redaktionsschluss jedoch nicht ermitteln. Akkus für andere Sunseeker-Modelle sind ab etwa 200 Euro erhältlich.
Der Aufbau ist schnell abgeschlossen: Ladestation anschließen, mit Ladegerät verbinden, Reinigungsbürste an Ladestation anbringen und die Ladestation mit den mitgelieferten Plastiknägeln befestigen. Fertig. Die Positionierung der Ladestation kann auch außerhalb der Rasenfläche erfolgen. Wie üblich muss sich allerdings vom heimischen WLAN abgedeckt sein.
Die weitere Inbetriebnahme erfolgt nach dem Aufbau mit der Sunseeker-App, die leider nicht für Tablets optimiert ist und für die eine Registrierung nötig ist. Die Einbindung in die App ist schnell erledigt. Anschließend wurde bei uns eine neue Firmware zur Installation angeboten. Sunseeker aktualisiert regelmäßig das Betriebssystem seiner Mähroboter. Das konnten wir schon beim Allrad-Modell für große Gärten, dem X7 (Testbericht), beobachten.
Der Sunseeker S4 bietet wie fast jedes Modell auch eine automatische Kartierung. Diese ist aber wie üblich an einen Garten mit klaren Grenzen gebunden und scheidet bei unserer Rasenfläche mit offenen Übergängen zwischen Gras, Beeten und Sträuchern aus. Eine automatische Kartierung ist grundsätzlich ein Kompromiss, da sie nicht so präzise erfolgt wie eine manuelle Kartierung, bei der man den Mähroboter um die Grenzen des Rasens per virtuellem Joystick navigiert. Wer also ein möglichst perfektes Mäherlebnis anvisiert, sollte manuell kartieren.
Die initiale Kartierung erfolgt zunächst für die größte zusammenhängende Fläche und wird ergänzt durch zwei zusätzliche Zonen, für die wir Korridore respektive Kanäle anlegen, die abgetrennte Zonen miteinander verbinden, damit diese vom Mähroboter erreicht werden können.
Die größte zusammenhängende Fläche des Rasens unterteilen wir wie üblich in einzelnen Zonen ein. Dafür sprechen mehrere Gründe (Ratgeber), der wichtigste: Festlegen einer effizienten Mährichtung, mit möglichst wenigen Richtungsanpassungen.
Die App unterstützt diese Vorgehensweise, indem man auf Arbeitszone klickt und anschließend die zu teilende Zone markiert. Dann blendet die App einen Teilungsstrich ein, den man entsprechend seinen Wünschen verschiebt und die Zonenaufteilung bestätigt. Das gelingt in der Praxis einwandfrei, sodass die Rasenfläche entsprechend unserer Vorstellungen aufgeteilt ist. Ein nachträgliches Bearbeiten der Rasengrenze ist ebenfalls möglich.
Die App erlaubt unterschiedliche Einstellungen pro Zone: Mähgeschwindigkeit, Schnittabstand sowie Schnittrichtung. Diese Parameter können auch für mehrere Zonen gleichzeitig definiert werden.
Einige Einstellungen lassen sich allerdings nur global ändern. Das betrifft etwa die Hinderniserkennung, die nicht in jedem Fall nützlich ist. Etwa dann nicht, wenn im Laufe des Frühlings und Sommers an die Rasenfläche angrenzende Pflanzen in voller Blüte stehen und der Mähroboter diese als Hindernis erkennt und diese umfährt. In der Praxis bedeutet dies, dass etwa unter einem Strauch mit in die Rasenfläche hineinragenden Ästen Rasen ungemäht bleibt. Für diesen Fall bietet die Sunseeker-App die Option Sichere Zone.
Ist ein solcher Bereich damit markiert, schaltet der S4 die visuelle Hinderniserkennung aus, sodass nur noch das Gehäuse als Sensor zur Verfügung steht. Bei einem Hindernis sorgt diese Einstellung also dafür, dass es zu einem physischen Kontakt kommt und der Mähroboter erst danach seine Richtung ändert. In der Praxis mäht der S4 mit dieser Einstellung auch unter Sträuchern mit herabhängenden Ästen.
Wie üblich unterstützt auch der S2 das Anlegen von Zeitplänen für Mähaufgaben. Für diese kann man entweder die gesamte Fläche oder nur einzelne Zonen konfigurieren.
Der Sunseeker S4 fährt präzise in geraden Bahnen, sodass das Schnittbild auf einer ebenen Fläche ohne Fehl und Tadel ist. Wir haben in unserem Garten allerdings auch einige Vertiefungen, doch das schwimmende Mähdeck sorgt auch in diesen Bereichen für ein optimales Schnittbild. Die Betriebslautstärke gibt der Hersteller mit 60 dB(A) an, was sich lauter anhört, als es in der Praxis tatsächlich ist. Im Grunde hört man den S4 so gut wie nicht.
Der Randschnitt ist bauartbedingt in Bereichen mit festen Begrenzungen wie Randsteinen nur Durchschnitt. Hier bleibt immer ein Bereich von etwa 10 cm ungemäht und bedarf der Nacharbeit mit einem Trimmer.
Unsere nur 70 cm breite Engstelle, die zwei Rasenzonen miteinander verbindet, hat der Sunseeker S4 mit Bravour gemeistert. Bislang haben diese nur einige LiDAR-Mähroboter wie der Dreame A3 Pro, der Dreame A2 sowie der Ecovacs A3000 LiDAR geschafft. LiDAR scheint also die Voraussetzung für das erfolgreiche Durchqueren dieser Engstelle zu sein. Dennoch hat der Ecovacs A3000 LiDAR diese nicht geschafft, was an dessen Breite liegen dürfte, die aufgrund der integrierten Trimmereinheit mit knapp 60 cm überaus groß ausfällt. Aber auch der kompaktere Segway Navimow i208 LiDAR ist an dieser gescheitert.
Die Mähgeschwindigkeit ist aufgrund der nur 18 cm großen Schnittbreite eher gemächlich. Für eine ebene und 240 m² große Fläche beträgt im Test die Mähdauer 3h 31min. Da der S4 zwischendurch zum Laden des Akkus an die Basisstation muss, liegt die Bruttozeit bei insgesamt 4h 53min. Für die anvisierten 1000 m², für die der S4 ausgelegt ist, benötigt der Mähroboter über 20 Stunden.
Die Hinderniserkennung funktioniert im Test nach einem Firmware-Update zuverlässig. Kleinere und größere Gegenstände wie auch Hunde und Menschen hat er großräumig umfahren. Dennoch ist das keine Gewähr dafür, dass er diese in jeglicher Situation erkennt. Daher sollten Mähroboter zum Schutz nachtaktiver Tiere ausschließlich tagsüber betrieben werden. In einigen Kommunen gibt es bereits Nachtfahrverbote mit empfindlichen Geldbußen – in Leipzig beispielsweise bis zu 50.000 Euro. Geht es nach dem Deutschen Städtetag, könnte ein Nachtfahrverbot bald bundesweit gelten.
Der Sunseeker S4 kann über Google Assistant und Amazon Alexa auch per Sprache gesteuert werden. Außerdem gibt es eine Community-basierte Integration für Home Assistant, mit der man den Mäher nicht nur umfänglich steuern kann, sondern auch viele Betriebsparameter liefert und sogar eine Kartenansicht bietet.
Sunseeker verlangt für den Mähroboter S4 regulär knapp 1000 Euro. Bei Obi ist der S4 aktuell für 900 Euro im Angebot.
Sunseeker präsentiert mit dem S4 einen Mähroboter, der dank LiDAR nicht nur präzise navigiert, sondern aufgrund seiner Kompaktheit auch die nur 70 cm breite Engstelle im Testgarten souverän meistert. Der Mähroboter mäht in geraden Bahnen mit entsprechend gutem Schnittbild; dank des schwimmenden Mähdecks gilt dies auch bei Unebenheiten. Die Schnittbreite ist mit 18 cm nicht sonderlich breit. Entsprechend gemächlich arbeitet der Sunseeker S4.
Der Hersteller sieht das LiDAR-Mähroboter für Gärten bis 1000 m² vor. Im Praxistest schafft er 240 m² in 3,5 Stunden. Da er diese Fläche jedoch nicht am Stück schafft, muss er zwischendurch zum Laden an die Station zurückkehren. Somit vergehen insgesamt fast fünf Stunden.
Insgesamt ist der Sunseeker S4 für kleine bis mittelgroße Gärten mit komplexen Strukturen empfehlenswert.