Angesichts milliardenschwerer KI-Investitionen sucht Meta verstärkt nach Wegen, seine Apps und KI-Technologie zu monetarisieren.
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04.06.2026 15:48 Uhr |

Angesichts milliardenschwerer KI-Investitionen sucht Meta verstärkt nach Wegen, seine Apps und KI-Technologie zu monetarisieren.
Erst vergangene Woche stellte Meta neue Bezahlangebote für Instagram, Facebook und WhatsApp in Aussicht, darunter auch Tarife für den KI-Assistenten Meta AI. Gestern folgte die Ankündigung, den eigenen KI-Agenten für Unternehmen, die WhatsApp zur Kundenkommunikation nutzen, weltweit zugänglich zu machen und künftig kostenpflichtig anzubieten. Und in naher Zukunft könnte ein KI-Agent für Endverbraucher hinzukommen, berichtet The Information.
Meta entfernt sich damit ein Stück weit vom klassischen Werbegeschäft und rückt tiefer in den Markt für agentische KI vor, in dem Anbieter wie OpenAI, Anthropic und Google bereits um zahlende Privat- und Unternehmenskunden konkurrieren.
Mit dem Business Agent positioniert sich Meta im Markt für Enterprise-Agenten. Anders als viele Konkurrenten setzt der Konzern dabei zunächst auf Kundenkommunikation über WhatsApp, Messenger und Instagram statt auf allgemeine Arbeitsassistenten.
Meta testet den KI-Agenten bereits seit Längerem in ausgewählten Märkten: Nach Unternehmensangaben nutzen ihn bereits mehr als eine Million Unternehmen auf WhatsApp und Messenger, um Kundenanfragen zu beantworten. Meta macht den Business Agent, der Produkte empfehlen, Termine buchen, Verkäufe abschließen und bei Bedarf Mitarbeiter hinzuziehen kann, nun weltweit verfügbar und weitet die Verfügbarkeit auf Instagram aus.
Das Unternehmen testet zudem Funktionen, mit denen der KI-Agent stärker als Arbeitsassistent für Unternehmen auftreten soll. Dazu gehören tägliche Zusammenfassungen verpasster Chats sowie Auswertungen zu laufenden Gesprächsverläufen. Diese Funktionen werden laut Meta zunächst mit ausgewählten Unternehmen erprobt.
Die Nutzung des Business Agent ist derzeit noch kostenlos. In den kommenden Monaten plant Meta jedoch, kostenpflichtige Tarife für den KI-Dienst einzuführen. Größere Firmen sollen dabei nutzungsabhängige Gebühren zahlen, die sich nach Anzahl und Komplexität der Interaktionen richten, berichtet unter anderem die Financial Times. Meta folgt damit einem Trend in der KI-Branche, bei dem Anbieter zunehmend auf verbrauchsabhängige Abrechnungsmodelle setzen. Angesichts von mehr als 200 Millionen kleinen Unternehmen, die laut Meta WhatsApp zur Kundenkommunikation nutzen, könnte sich der Business Agent zu einem lukrativen Geschäft für den Konzern entwickeln.
Unter dem internen Namen Hatch arbeitet Meta auch an einem agentischen KI-Dienst für Endverbraucher, der als zugänglichere Version des Agentenwerkzeugs OpenClaw gedacht ist, berichtet The Information.
Anders als der Business Agent, der zunächst auf Metas eigene Plattformen ausgerichtet ist, soll Hatch laut The Information auch darüber hinaus Aufgaben übernehmen können, etwa Kalendertermine planen, E-Mails verschicken oder per Texteingabe einfache Software-Werkzeuge erstellen. Für eine Premiumversion des KI-Diensts erwägt Meta dem Bericht zufolge einen Preis von bis zu 200 US-Dollar im Monat. Damit würde Meta direkter mit hochpreisigen KI-Abos von OpenAI und Anthropic konkurrieren. Endgültig entschieden sei die Preisgestaltung aber noch nicht. Auch ein konkreter Starttermin steht offenbar noch nicht fest.
Für Meta geht es bei diesen Vorstößen um mehr als neue KI-Funktionen: Der Konzern muss zeigen, dass sich seine milliardenschweren KI-Ausgaben auch in eigenständige Bezahlprodukte übersetzen lassen. Der Druck ist hoch: Die Kapitalinvestitionen könnten in diesem Jahr laut Meta bis zu 145 Milliarden US-Dollar erreichen.
(tobe)