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18.05.2026
10:45 Uhr
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Dialoge, die sich selbst löschen – und eine eingeschränkte Memory-Funktion: Apple will sich in Sachen KI-Privatsphäre mit iOS 27 vorne platzieren.

Schon jetzt setzt Apple bei seinem hauseigenen KI-System Apple Intelligence stärker auf Datenschutz als Konkurrenten wie OpenAI, Anthropic oder Google. So werden so viele Anfragen wie möglich lokal auf dem Gerät beantwortet. Sind tatsächlich Server notwendig, wird das privatsphärenfreundliche Private Cloud Compute (PCC) verwendet, bei dem Apple selbst keine Inhalte der Nutzer sieht. Auch bei der kommenden verbesserten Chatbot-Siri, die mit iOS 27 im Herbst erscheinen soll, wird Apple verstärkt auf Datenschutz setzen, heißt es nun in einem Bericht vom Sonntag. Obwohl die Assistenzfunktion deutlich mächtiger sein soll, werde der Konzern das Thema erneut betonen, schreibt Bloomberg.
So soll zu den Features unter anderem gehören, dass Chats automatisch gelöscht werden, wenn der Nutzer das wünscht. Die neue Siri-App, die Apple plant, soll ähnlich wie ein Browser auch einen „Privat“-Modus haben, bei dem jede Session frisch beginnt. Damit sollen sich die Nutzer sicherer fühlen als bei der KI-Konkurrenz.
Apple wird demnach das Thema Privatsphäre bei Künstlicher Intelligenz, das von Nutzern zunehmend als wichtig wahrgenommen wird, zu einem zentralen Punkt seiner Präsentation zur Entwicklerkonferenz WWDC Anfang Juni machen. „Das Unternehmen wird vermutlich darlegen, dass sich der Ansatz des Unternehmens grundlegend von dem der Konkurrenz unterscheidet, die ihre Modelle weitgehend anhand von Nutzerinteraktionen und in der Cloud gespeicherten Verlaufsdaten trainiert“, schreibt Bloomberg-Reporter Mark Gurman. Apple wolle außerdem damit werben, dass Apple Intelligence reklamefrei ist – zumindest bislang.
Unklar bleibt, wie Apple den Privatsphärenschutz mit der Nutzung von Googles Gemini in Einklang bringen wird. Teilweise sollen die aktuellen Modelle bei Apple in der Cloud sowie lokal laufen, teilweise auf Googles eigenen Servern. Wie dabei PCC umgesetzt werden soll, bleibt unklar. Allerdings hatte Google kürzlich eine ähnliche Technik versprochen. Da Apple für Gemini zahlt – vermutlich eine Milliarde US-Dollar pro Jahr –, wird der Konzern bestimmen können, wie das Thema Datenschutz abgewickelt wird.
Die Frage bleibt, wie gut eine Chatbot-Siri sein kann, wenn Memory- und History-Features teilweise eingeschränkt sind. Das System soll auch endlich lokalen Kontext sowie Zugriff auf Apps erhalten – beides Funktionen, die Apple vor Jahren angekündigt hatte. Inzwischen muss der Konzern sogar 250 Millionen Dollar an Nutzer zahlen, die eine Sammelklage (Az. 5:25-cv-02668-NW) gegen die vorzeitige Bewerbung der Features angestrengt hatten, die immer noch nicht verfügbar sind. Positiv für Apple ist hingegen, dass der Konzern von Googles eigenen Trainingsverbesserungen bei Gemini profitieren kann, ohne eigene Nutzerdaten herausrücken zu müssen.
(bsc)