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12.05.2026
07:42 Uhr
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Der Generalstaatsanwalt des US-Staats Texas erhebt Klage gegen Netflix. Er wirft dem Dienst vor, seine Nutzer über das Ausmaß seiner Datensammelei zu täuschen.

„When you watch Netflix, Netflix watches you“ – während du Netflix schaust, beobachtet Netflix dich. So bringt Ken Paxton, der Generalstaatsanwalt von Texas, seine Vorwürfe gegenüber dem US-Streamingdienst auf den Punkt. Sein Büro hat Klage beim District Court in Collin County, Texas, eingereicht. Darin wirft Paxton Netflix vor, Daten in großem Ausmaß zu sammeln und für gezielte Werbung zu nutzen. Derweil täusche Netflix seinen Nutzern vor, datensparsam zu agieren.
Netflix habe bei seinen Kunden den Eindruck erweckt, Nutzerdaten nicht in großem Ausmaß zu sammeln und mit Drittparteien zu teilen, schreibt der Republikaner in einer Pressemitteilung zur Klage. Die öffentlich einsehbare Klageschrift enthält Screenshots und Querverweise auf mehrere Beispiele, in denen Netflix-Manager den Streamingdienst als datensparsam darstellten. Zitiert wird unter anderem Netflix-CEO Reed Hastings, der 2019 in einem Brief an Aktionäre schrieb: „Wir sammeln gar nichts“.
Tatsächlich habe Netflix Daten über Nutzer an Broker und Werbefirmen weitergegeben, wirft Paxton dem US-Unternehmen vor. Dort sei es mit Daten aus anderen Plattformen verknüpft worden, um detaillierte Profile von Kunden zusammenzustellen. Durch den Verkauf dieser Daten generiere Netflix jährlich Milliardenumsätze. Das sieht Paxton besonders bei jungen Nutzern und Kindern kritisch. Zudem verstoße Netflix’ Vorgehen gegen den Deceptive Trade Practices Act (DTPA).
„Netflix hat ein Überwachungsprogramm aufgebaut, das darauf ausgelegt ist, illegal personenbezogene Daten von Texanern ohne deren Zustimmung zu sammeln und daraus Profit zu schlagen“, schreibt Paxton in einer Mitteilung. In einer Stellungnahme gegenüber Reuters weist Netflix die Vorwürfe als unzutreffend und verzerrt von sich. „Netflix nimmt die Privatsphäre unserer Mitglieder ernst und hält sich überall, wo wir tätig sind, an die Gesetze für Privatsphäre und Datenschutz.“
In seiner Klageschrift erhebt Generalstaatsanwalt Paxton weitere Vorwürfe gegen Netflix, die über Datensammelei hinausgehen: Er wirft dem Unternehmen unter anderem manipulative Praktiken vor, die besonders für Kinder schädlich seien – etwa eine Autoplay-Funktion, die Nutzer länger als eigentlich geplant an den Bildschirm fesseln solle.
Paxton fordert Netflix in der Klageschrift auf, illegal gesammelte Daten zu löschen und künftig ohne Zustimmung der Nutzer keine Daten mehr mit Werbepartnern zu teilen. Zudem soll Netflix 10.000 US-Dollar pro Verstoß zahlen. Netflix sagte Reuters, man werde die Vorwürfe vor Gericht bekämpfen.
(dahe)