|
28.05.2026
12:06 Uhr
|
Apple arbeitet offenbar an einer neuen Inkarnation seiner Stolen Device Protection. Das iPhone soll bald selbst erkennen, wenn es entwendet wurde.

iPhones gehören zu den beliebtesten Alltagsgegenständen, auf die es Diebe abgesehen haben: Apple-Handys sind vergleichsweise teuer, halten lange ihren Wert und sind selbst als Ersatzteillager noch gut weiterzuverkaufen. Nachdem Apple bereits mit iOS 17.3 einen erweiterten Diebstahlschutz implementiert hatte, der die Accountübernahme bei vorherigem Ausspionieren der Geräte-PIN erschwert, soll es mit künftigen Betriebssystemversionen nun eine echte Diebstahlerkennung im Gerät geben.
Das berichtet 9to5Mac unter Berufung auf informierte Personen. Bei dem neuen Feature geht es insbesondere um das direkte Entwenden des Geräts aus der Hand des Besitzers. Ist das iPhone gerade in Benutzung und wird dann geklaut, ist es zumeist entsperrt, was zahlreiche Zugriffsmöglichkeiten für Kriminelle bietet.
Professionelle Diebe haben sich darauf bereits spezialisiert, heißt es – sie versuchen dann, den entsperrten Zustand zu nutzen, um an wichtige Daten zu kommen. Im Rahmen des mittlerweile standardmäßig aktiven erweiterten Diebstahlschutzes gibt es zwar inzwischen Zeitverzögerungen für wichtige Aktionen wie Apple-Account-Änderungen, doch sind viele Möglichkeiten eben freigeschaltet, weil User ihr Gerät normal nutzen möchten, wenn es biometrisch entsperrt wurde.
Laut dem Bericht setzt der neue Diebstahlschutz auf verschiedene physische Signale. So nutzt Apple offenbar den im iPhone integrierten Beschleunigungssensor, um Klauvorgänge zu detektieren. Mittels maschinellem Lernen gibt es hierfür vermutlich eindeutige Signaturen, die überprüft werden können. Sobald der Klau detektiert wurde, sperrt sich das Gerät dann vollständig. Als weiteres Signal soll zudem der Abstand zu einer möglicherweise vorhandenen Apple Watch gemessen werden – auch dies ein Signal, dass ein iPhone entwendet worden sein könnte.
Schließlich werden laut 9to5Mac auch noch Faktoren überprüft, die der erweiterte Diebstahlschutz nutzt, etwa der Einsatz eines bekannten WLAN-Netzes oder die Tatsache, dass sich das iPhone nicht an einem bekannten Ort (Wohnung und Arbeitsstätte) befindet. Es ist noch unklar, wann die Funktion umgesetzt wird. Entsprechender Code wurde in iOS aber gesichtet. Apple wird iOS 27 im Juni erstmals auf der Entwicklerkonferenz WWDC präsentieren.
Google hat ab Android 10 bereits eine solche Funktion implementiert, die sich Theft Protection Lock nennt. Die Diebstahlsicherung nutzt KI, die Bewegungssensoren Ihres Geräts, WLAN und Bluetooth, so der Konzern.
(bsc)