Münchens neue Stadtregierung ist bemerkenswert vielfältig. Sie setzt sich aus fünf Parteien zusammen, zu denen vier zu zwei Fraktionen zusammengefunden haben. Es sind dies: Grüne/Rosa Liste, FDP/Freie Wähler und SPD. So viel Vielfalt kann verwirrend sein. Doch es wurde schnell ein Begriff gefunden, unter dem sich alles bündeln lässt. München hat jetzt eine „Mango-Koalition“. Dominik Krause (Grüne), der neue Oberbürgermeister, benutzt den Begriff selbst gerne. Der 35-Jährige weiß: Sympathische Schlagworte schaden nie. Die Frucht mag wegen ihrer Heimat in den Tropen zwar nicht die CO₂-freundlichste sein, aber sie ist süß und saftig und trägt alle Farbtöne in sich, mit denen die involvierten Parteien verbunden werden: Grün, Rot, Rosa, Orange und Gelb – wenn auch die Aufteilung auf der Durchschnittsmango nicht den Stimmverhältnissen entspricht. Die FDP hat lediglich drei Sitze im Stadtrat errungen, die SPD 19. Die Grünen sind mit 21 Sitzen klar die stärkste Kraft in der Mango. Bisher trugen Koalitionen eher Ländernamen („Jamaika“, „Kenia“) oder technische Begriffe („Ampel“). Eine Ampel-Regierung allerdings möchte mittlerweile lieber niemand mehr sein nach dem krachenden Ende der letzten auf Bundesebene.
