SZ 06.05.2026
15:11 Uhr

(+) Amelie Fried im Gespräch über den Zustand der Emanzipation: „Diese Tradwife-Bewegung macht mich fassungslos“


Er macht Karriere, sie kümmert sich um den Haushalt – Amelie Fried warnt junge Frauen, sich in diese Abhängigkeit zu begeben, wie die Hauptfigur ihres neuen Romans, und hat Ideen, wie mehr Gerechtigkeit möglich wäre.

(+) Amelie Fried im Gespräch über den Zustand der Emanzipation: „Diese Tradwife-Bewegung macht mich fassungslos“
Amelie Fried, wusste, dass der Zeitpunkt kommen wird, wo sie als TV-Moderatorin ausgemustert wird und bereitete rechtzeitig ihre Karriere als Schriftstellerin vor. © Dominik Rößler/Penguin Random House Verlagsgruppe

Am Abend zuvor hat sie noch in Mindelheim aus ihrem aktuellen Roman gelesen. „Eine von uns“ heißt er und erzählt die Geschichte von Nelly, die sich im Internet als sorgenfreie, treusorgende Hausfrau zelebriert, bis ihr Mann ins Koma fällt. Da bricht die Fassade ihres Lebens zusammen und der soziale Abstieg ihrer Familie beginnt. Amelie Fried war TV-Moderatorin, schreibt zuverlässig Bestseller und arbeitet nach einer Ausbildung als Systemischer Coach mit ihrem Ehemann Peter Probst auch beratend im Medienbereich. Ein vormittägliches Treffen im Café des Literaturhauses bei Cranberrysaft und Cappuccino. Um die Rolle der Frau soll es gehen, in dieser Zeit, in der die Welt von vorgestern vielen wieder lebenswert erscheint. Amelie Fried ist ein zugewandter Profi. Mit der ersten Frage ist sie gleich mitten im Gespräch.

Die 41. Ausgabe des Dok-Fests München ist die erste unter der Leitung von Adele Kohout. Wer ist die erfahrene Kulturmanagerin? Was macht sie anders? Und welche Ziele hat sie für das renommierte Filmfestival in Zeiten von Sparzwängen und KI?

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