Einer der berühmtesten Denker zur Meinungsfreiheit, Louis D. Brandeis, der erste jüdische Richter am Supreme Court der USA, riet einst: Wenn Leute Abstruses oder Herzloses äußern, dann macht eurerseits den Mund auf und widersprecht. Das ist für das Publikum viel überzeugender, als wenn ihr nach staatlicher Sprachkontrolle ruft. Das beste Mittel gegen bad speech, so schrieb der Amerikaner, der in Louisville, Kentucky, geboren worden war, aber zeitweise auch ein Gymnasium in Dresden besucht hatte, sei more speech, not enforced silence. Also: Widerspruch, nicht erzwungenes Schweigen. Denn nur durch Diskussion und Aufklärung könne man Überzeugungen ändern.
