SZ 22.04.2026
07:16 Uhr

(+) Debatte: Alle sind Gefangene


Trump hat sich mit seiner Rhetorik in eine Ecke manövriert, das Regime in Teheran spürt den Druck seiner radikalen Anhänger. Doch selbst wenn Verhandlungen zu Frieden führen: Verlierer wird das iranische Volk sein – wieder einmal.

(+) Debatte: Alle sind Gefangene

Die Lage ist fast ausweglos. Sowohl die Trump-Regierung als auch die Vertreter der Islamischen Republik inszenieren sich seit Beginn der Waffenruhe vor zwei Wochen als Sieger – und falls überhaupt neue Verhandlungen stattfinden, wollen sie in diese Gespräche mit Maximalforderungen gehen. Der eigenen Anhängerschaft Kompromisse vermitteln? Für beide Seiten schwierig, denn die nun verlängerte Waffenruhe haben bislang beide nur genutzt, um mit ihren Erfolgen zu prahlen. Damit ist ein Zustand gegeben, in dem gegenseitige Zugeständnisse kaum noch möglich sind. Und das Misstrauen auf beiden Seiten, das ist tief.

Die Siegesmeldungen des US-Präsidenten zum Iran-Krieg werden immer bizarrer. Das kannte man bisher vor allem von Machthabern aus dem Nahen Osten. Steht Trump ihnen näher, als er selbst annehmen mag?

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