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23.04.2026
22:16 Uhr
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Die Ämter des abgewählten Oberbürgermeisters beim FC Bayern stehen am Mittwoch auf der Tagesordnung des Stadtrats – im nicht öffentlichen Teil. Die Amtsgeschäfte will Reiter im Mai selbst an Nachfolger Dominik Krause übergeben.

Eine Verbindung, die nicht gut endete: Seine nicht genehmigten Engagements beim FC Bayern waren ein Grund dafür, dass Dieter Reiter (hier rechts bei der Meisterfeier auf dem Rathausbalkon im Jahr 2022 neben Torwart Manuel Neuer) als Oberbürgermeister von München abgewählt wurde. Matthias Balk/dpa
Der Stadtrat wird sich in seiner letzten Vollversammlung der laufenden Amtsperiode am kommenden Mittwoch mit den nicht genehmigten Nebentätigkeiten des noch amtierenden Oberbürgermeisters Dieter Reiter (SPD) befassen. Eine entsprechende Vorlage steht auf der Tagesordnung im nicht öffentlichen Teil der Sitzung. Damit kommt das Direktorium der Ankündigung Reiters nach, der im März in Aussicht gestellt hatte, Fragen rund um sein Engagement beim FC Bayern in einer Stadtratsvorlage nach der Stichwahl zu beantworten.
„Obwohl Herr Oberbürgermeister Reiter eine Behandlung der Sitzungsvorlage in öffentlicher Sitzung gewünscht hat“, heißt es in dem Papier, das der SZ vorliegt, sei diese nicht öffentlich zu behandeln, „weil es sich um eine Personalangelegenheit im Einzelfall handelt“. Antworten auf noch offene Fragen sucht man darin jedoch vergeblich.
So stützt sich die Vorlage auf die bekannten Fakten. Reiters Rechtsanwältin, so schreibt das Direktorium, habe mitgeteilt, dass „eine darüber hinausgehende Sachverhaltsaufklärung aufgrund der erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Herrn Oberbürgermeisters auf dringende Empfehlung der behandelnden Ärzte nicht möglich“ sei.
Wann Münchens Oberbürgermeister Mitglied der Gremien des Vereins wurde, wie lange er dafür schon Geld bekam – und wie wenig der Stadtrat davon wusste.
Reiter war seit Dezember 2016 Mitglied im Verwaltungsbeirat des FC Bayern. Seit 2019 erhielt er hierfür halbjährlich 10 000 Euro; mit dem Betrag sollten Freitickets abgegolten werden, die es zuvor gegeben hatte.
Ob Reiter für die Übernahme des Vorsitzes des Verwaltungsbeirates, den er am 6. Februar 2026 antrat, eine höhere Vergütung erhalten hätte? Welche Bezüge er für seine Tätigkeit im Aufsichtsrat, die mit dem Aufstieg einherging, bezogen hätte? Ob er für die Zeit vor 2019 Freitickets erhielt oder auch danach? All diese Fragen werden gestellt. In jedem Fall lautet die Antwort: „ist dem Direktorium nicht bekannt“. Beziehungsweise: „ist dem Direktorium auch nicht bekannt“.
Dafür wird etwa die rechtliche Frage erörtert, ob es sich bei Reiters Jobs im Verwaltungsbeirat und im Aufsichtsrat um „Nebentätigkeiten außerhalb des öffentlichen Dienstes“ gehandelt habe. Mit dem Ergebnis, dass dies bei beiden Tätigkeiten der Fall gewesen sei. Im Übrigen seien die Sachverhalte „Gegenstand einer dienstaufsichtsrechtlichen Prüfung der hierfür zuständigen Regierung von Oberbayern und werden von dort untersucht und bewertet werden“.
Seit dieser Woche ist der noch amtierende Oberbürgermeister nicht mehr krankgeschrieben. Er hat sich allerdings frei genommen, „um sich von der Krankheit zu erholen“, wie seine Sprecherin sagte.
Indes hat Reiter sich für die konstituierende Sitzung des Stadtrats am 11. Mai angemeldet. In dieser Sitzung wird sein Nachfolger Dominik Krause als neuer Oberbürgermeister vereidigt. Reiter plant, ihm persönlich die Amtskette umzuhängen. Einen entsprechenden Bericht der tz bestätigten Rathauskreise der SZ am Donnerstagabend.
Reiter hatte sich nach seiner Niederlage gegen Dominik Krause (Grüne) in der Stichwahl am 22. März krankgemeldet. „Leider habe ich in den letzten Wochen und Monaten körperliche Warnsignale ignoriert, Erkrankungen nicht auskuriert“, ließ er mitteilen. Unmittelbar nach der Wahl habe er sich in Behandlung begeben. „Das Ergebnis ist nun eine doch ernsthaftere Erkrankung am Herz-Kreislauf-System, die mich neben medikamentöser Behandlung zu längerfristiger Ruhe und Erholung zwingt.“
Drei Tage nach dem ersten Wahlgang am 8. März hatte Reiter alle seine Ämter beim FC Bayern niedergelegt. Die Einnahmen daraus – insgesamt 90 000 Euro – hat er mittlerweile gespendet. Eine Hälfte des Betrags ging an die Spielstadt Mini-München, die andere Hälfte an das Fußballprojekt „Bunt kickt gut“. Damit löste er ein Versprechen ein, das er nach seinem überraschend schlechten Abschneiden in der ersten Runde der Kommunalwahl gegeben hatte.
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