Rund um das Segafredo am Rindermarkt ist es so altmünchnerisch wie an nur wenigen Stellen der Stadt. Beschattet von hohen Bäumen fällt der Blick der draußen sitzenden Cappuccino-, Doppio- oder Spritz-Schlürfenden auf den Alten Peter (12. Jahrhundert), den Löwenturm (Baubeginn im 14. Jahrhundert), das Ruffinihaus (fertiggestellt 1905) und auf den lieblich vor sich hin plätschernden Brunnen von Josef Henselmann, der seit den Sechzigerjahren an die einstige Bestimmung des Platzes als Viehmarkt erinnert. Ein Ort wie gemacht für einen Gastronomen wie Siegfried Dichtl, den alle Sigi nennen. Seit fünf Jahren betreibt der Mittfünfziger „die nördlichste Espresso-Bar Italiens im Herzen von München“, wie es auf Instagram über seine Lokalität heißt. „Hier pulsiert das Stadtleben, aber es ist nicht so stressig wie am Marienplatz“, findet Dichtl, „deshalb schätzen auch Prominente diese eher ruhige Lage. Gerade war Boris Becker da.“
