SZ 11.05.2026
23:34 Uhr

(+) Hantavirus: „Hondius“ nach Evakuierung auf dem Weg in die Niederlande


122 Menschen haben das von Infektionen mit dem Hantavirus betroffene Kreuzfahrtschiff „Hondius“ unter strengen Sicherheitsmaßnahmen verlassen. Das Schiff nimmt Kurs auf Rotterdam.

(+) Hantavirus: „Hondius“ nach Evakuierung auf dem Weg in die Niederlande
Hafenschiffe begleiten die „Hondius“ beim Auslaufen aus dem Hafen von Granadilla auf Teneriffa. Chris McGrath/Getty Images

Die Ausschiffung der Passagiere und Besatzungsmitglieder des von Infektionen mit dem Hantavirus betroffenen Kreuzfahrtschiffes Hondius auf Teneriffa ist abgeschlossen. Eine letzte Gruppe von 28 Menschen verließ das Schiff unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Sie wurden am Abend mit zwei Maschinen Richtung Eindhoven ausgeflogen, wie im spanischen TV-Sender RTVE zu sehen war.

Damit die Menschen das Schiff verlassen konnten, musste es doch noch an einem Pier festgemacht werden. Grund war zunehmend stürmischer Wind, der die Ausschiffung von der bisher im Hafen vor Anker liegenden Hondius zu riskant gemacht hätte, sagte Spaniens Gesundheitsministerin Mónica García. Kurz nachdem die Menschen von Bord gegangen waren, stach die Hondius mit einer Restbesatzung in See, um nach Rotterdam zu fahren.

Die Tatsache, dass das Schiff nun doch, wenn auch nur kurz, mit dem Land verbunden war, dürfte für Kritik auf der Insel sorgen. Die Regionalregierung der Kanaren hatte im Vorfeld darauf bestanden, dass die Hondius nicht anlegt, weil sie Sorge hatte, Mäuse mit dem Hantavirus könnten an Land gelangen. García hatte das jedoch unter Berufung auf Experten ausgeschlossen.

Vom Flughafen Teneriffa-Süd hob zuerst ein Passagierjet ab. An Bord waren nach Angaben von García 22 Besatzungsmitglieder des Schiffs verschiedener Nationalitäten. Mit dabei sollte auch ein deutsches Crewmitglied sein, wie das niederländische Außenministerium mitteilte. Beim zweiten Flugzeug handelte es sich um ein kleineres Sanitätsflugzeug, mit dem laut García vier Australier, ein Neuseeländer und ein Brite ausgeflogen werden sollten. Auch diese Maschine sollte nach Eindhoven fliegen.

Auch wenn die Mehrheit der Passagiere unbeschwerte Ferien erlebt: Kreuzfahrtschiffe bieten Krankheitserregern besonders günstige Bedingungen. Woran das liegt.

Damit sind seit Sonntag insgesamt 122 Menschen unter strikten Sicherheitsvorkehrungen von dem Schiff an Land und dann per Flugzeug in Richtung ihrer Heimatländer geflogen worden. García dankte allen Beteiligten und äußerte „Stolz“ darüber, dass Spanien zu einer derartig komplizierten und „einzigartigen“ Aktion in der Lage gewesen sei. Das sei ein großer Erfolg.

Einer der 14 spanischen Passagiere ist in der Quarantäne in Madrid positiv auf das Virus getestet worden. „Die Person ist isoliert, ohne Symptome und wohlauf“, schrieb García auf der Plattform X. Die PCR-Tests der anderen 13 Spanier im Militärkrankenhaus Gómez Ulla in Madrid hätten ein negatives Ergebnis gezeigt. Zuvor hatten bereits Frankreich und die USA je einen positiven Test bei Passagieren gemeldet, die am Sonntag von der Hondius gebracht und in die Heimat geflogen worden waren. Der Zustand der Frau in Frankreich habe sich in der Nacht verschlechtert, sagte Frankreichs Gesundheitsministerin Stéphanie Rist im Sender France Inter.

Die Hondius wird in einigen Tagen in Rotterdam erwartet. Mit an Bord ist auch der Leichnam der am 3. Mai auf See verstorbenen Deutschen. In den Niederlanden soll das Schiff dann gründlich desinfiziert werden.

Die Passagiere haben das Kreuzfahrtschiff „Hondius“ auf Teneriffa unter Sicherheitsvorkehrungen verlassen, ebenso ein deutsches Mitglied der Crew.

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