SZ 23.08.2026
14:33 Uhr

(+) Hitzesommer: Gestrandet in Duisburg


Binnenschiffe auf dem Rhein können kaum mehr Fracht transportieren – oder gar nicht erst den Hafen verlassen. Zu Besuch bei einem Kapitän, der nicht fahren kann. Und einem Spediteur, der Kunden enttäuschen muss.

(+) Hitzesommer: Gestrandet in Duisburg

Der Himmel ist grau an diesem Nachmittag, so grau wie die gemauerte Ufermauer des Kanals, so grau wie das Gewirr an Rohren auf dem Deck der Eiltank 70. Das 110 Meter lange Tankschiff liegt schon den kompletten August im Duisburger Hafen, dem größten Binnenhafen der Welt. Kapitän Kevin Tausche hat das Schiff am Hafenkanal vertäut, der Verbindung zwischen Becken und Rhein. Normalerweise tuckern Tausche und seine vier Besatzungsmitglieder Europas wichtigste Wasserstraße rauf und runter. Sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag, in drei Schichten. Die Crew bringt dann zum Beispiel Naphta, also Rohbenzin, von Rotterdam zu deutschen Chemiewerken am Rhein. Zuletzt hat die Eiltank 70 in ihren zehn Edelstahltanks regelmäßig Natronlauge für einen Chemiekonzern aus Nordrhein-Westfalen transportiert.

Binnenschiffe sind leiser als Züge und klimafreundlicher als Lastwagen. Doch die Kanäle verfallen, die Schleusen sind marode. Unterwegs mit einem Schiffer, der am Zustand der Wasserwege verzweifelt.

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