SZ 26.05.2026
12:05 Uhr

(+) Jazz: Der Koloss


Die Spiritualität erlöste den Saxofonisten Sonny Rollins erst vom Heroin und brachte seinem Ton dann die unbändige Kraft. Nachruf auf einen, der bis zuletzt glaubte, dass er mehr können müsste, um mehr zu sagen.

(+) Jazz: Der Koloss
Ende der Fünfziger hatte Sonny Rollins erstmals alles erreicht. Also stellte er sich zwei Jahre lang auf die Williamsburg Bridge und: übte, Skalen, Kadenzen, improvisierte hoch über dem East River in der Einsamkeit. Lefevre Sylvain/Imago/ABACA

Wenn man einen wie Sonny Rollins verabschiedet, sucht man erst einmal nach den Momenten, die ihn am besten beschreiben. In seiner Heimat Amerika war er so viel mehr als nur einer der größten Tenorsaxofonisten des Modern Jazz. Er war ein Suchender, für den sein Instrument und seine Musik oft nur ein Vehikel waren, um nach einer tieferen Wahrheit zu schürfen, sei sie politisch, spirituell oder ästhetisch.

Der große Gitarrist und Schmerzensmensch Eric Clapton gibt, merklich beeinträchtigt, ein Konzert in München. Es war wohl sein letztes dort. Und es war trotz allem: ein riesiges Glück.

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