Zunächst einmal müsste jetzt ein großes Dankeschön aus Kanada an Donald Trump gehen. Denn die Tatsache, dass der kanadische Premierminister Mark Carney dieser Tage sein erstes Dienstjubiläum feiern kann, ist keinem anderem zu verdanken als dem US-Präsidenten. Noch vor gut einem Jahr, als der ehemalige Lieblingskanadier der Welt, Justin Trudeau, es sich mit seinem Wahlvolk weitgehend verscherzt hatte, sah alles nach einem Politikwechsel in Ottawa aus. Der rechtskonservative Pierre Poilievre, genannt „der kanadische Trump“, hatte sich auf einen Erdrutschsieg bei den sich anbahnenden Neuwahlen eingestellt. Dann hatte der wild gewordene Nachbar im Süden, also der amerikanische Trump, aber die glänzende Idee, mit der Einverleibung Kanadas in die USA zu drohen sowie umstandslos einen Handelskrieg zu beginnen. Und damit hat Trump die kanadische Parlamentswahl im April 2025 wohl entschieden – allerdings nicht in seinem Sinne. Er trieb die Wähler in die Arme von Mark Carney, dem Parteifreund Trudeaus.
