SZ 25.05.2026
09:09 Uhr

(+) Kulturfernsehen: Thilo statt Thilo


Mit der Idee, Thilo Mischke zum Moderator ihres Kulturmagazins „ttt“ zu machen, ist die ARD krachend gescheitert. Nun bekommt Thilo Jahn den Job. Eine plausible Wahl.

(+) Kulturfernsehen: Thilo statt Thilo
Er bringt langjährige Erfahrung als Moderator mit: Thilo Jahn. WDR/Annika Fußwinkel

Thilo Jahn, der von Ende August an neben Siham El-Maimouni das ARD-Kulturmagazin „ttt – titel, thesen, temperamente“ moderieren wird, wie der MDR mitteilt, hat bislang noch kein Buch veröffentlicht. Verlässlicher kann man nicht sicherstellen, dass einen unter keinen Umständen irgendwann die eigene literarische Vergangenheit aufs Peinlichste einholt und obendrein die berufliche Zukunft verbaut. Genau das ist Thilo Mischke vor mehr als einem Jahr widerfahren. Da hatte ihn die ARD zum neuen Co-Moderator des TV-Kulturmagazins „ttt“ erkoren. Jung (nach öffentlich-rechtlichen Maßstäben) und unkonventionell, sollte er eine neue Dynamik ins Kulturfernsehen bringen. Eine vertiefte kulturelle Kompetenz schien den Verantwortlichen nicht ganz so wichtig. Und dass Mischkes eigene Bücher „In 80 Frauen um die Welt“ und „Die Frau fürs Leben braucht keinen großen Busen“ ein Mindset des Autors offenbaren, das dessen Anstellung als „titel, thesen, temperamente“-Moderator höchst fragwürdig erscheinen lässt, ist den Entscheidern in dieser Sache bekanntermaßen erst hinterher aufgegangen.

„Aspekte“, „Kulturzeit“ und „ttt“ wollen weg vom Dünkel, doch etwas Entscheidendes scheint verloren. Was gibt es zu feiern im deutschen Kulturfernsehen?

Lesen Sie mehr zum Thema

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

Sie möchten die digitalen Produkte der SZ mit uns weiterentwickeln? Bewerben Sie sich jetzt!Jobs bei der SZ Digitale Medien

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: