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11.09.2026
16:55 Uhr
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Die Erbin eines jüdischen Sammlers erhält ein von den Nazis gestohlenes Gemälde zurück. 80 Jahre lang war das „Porträt einer Dame“ verschollen. Dann tauchte es zufällig in einer Immobilienanzeige auf.

Wieder da: Das „Porträt einer Dame“ zeigt die Contessa Colleoni. Das Werk stammt aus dem 18. Jahrhundert.
Christian Heit/AP Photo
In Argentinien muss ein während des Zweiten Weltkriegs von den Nationalsozialisten geraubtes Gemälde an die Erbin seines einstigen jüdischen Besitzers zurückgegeben werden. Das „Porträt einer Dame“ stammt vom Maler Giacomo Ceruti, wird aber auch Giuseppe Ghislandi zugeschrieben. 80 Jahre galt das Bild als verschollen. Im vergangenen Jahr tauchte es schließlich in einer argentinischen Immobilienanzeige auf.
Es hing in der Wohnung von Patricia Kadgien, der Tochter eines hochrangigen Nazi-Offiziers, Friedrich Kadgien, der nach dem Krieg nach Argentinien geflohen war. Der aktuelle Wert des Bildes wird auf 250 000 Euro geschätzt.
Im Rahmen einer vor einem Bundesgericht in Mar del Plata erzielten Vereinbarung verzichtet die Erbin des NS-Funktionärs auf alle Ansprüche. Dafür wird das Gerichtsverfahren vorläufig eingestellt. Zuvor gehörte das Bild dem jüdischen Galeristen Jacques Goudstikker, dessen Kunstsammlung in Amsterdam während der deutschen Besatzung der Niederlande geplündert wurde. Goudstikker starb 1940 auf der Flucht.
„Porträt einer Dame“ gehört zu mehr als 1000 Kunstwerken, die von den Nazis aus Goudstikkers Sammlung gestohlen wurden. Jetzt wird wenigstens dieses Kunstwerk an Goudstikkers Schwiegertochter Marei von Saher zurückgegeben. Die Erbin des Galeristen will das Gemälde vorerst öffentlich in Argentinien ausstellen lassen. Danach soll es in die Niederlande zurückkehren.
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