SZ 21.09.2026
10:21 Uhr

(+) Nachruf: Die Überzeugungstäterin


Von der linksradikalen Feministin zur Bestseller-Entdeckerin – die Verlegerin Antje Kunstmann war eine Münchner Institution. Jetzt ist sie mit 77 Jahren gestorben.

(+) Nachruf: Die Überzeugungstäterin
Die Verlegerin Antje Kunstmann.
Catherina Hess

Zu sagen, Antje Kunstmann habe gewissermaßen zur Familie gehört, aus Sicht der Leser und der Mitarbeiter dieser Zeitung: Das ist, einerseits, das Mindeste, schon weil sie Marie Marcks verlegt hat, die wunderbare Zeichnerin und Karikaturistin, mit Sorgfalt, Liebe und jener feministischen Energie, die ihr Schaffen auch dann noch befeuerte, als sie ihren Frauenbuchverlag in den Verlag Antje Kunstmann umbenannt hatte und fortan auch männliche Autoren in ihr Programm aufnahm. Und weil dieser Verlag so richtig in Schwung kam, als sie den „Kleinen Erziehungsberater“ herausbrachte, das Buch mit den gleichnamigen Kolumnen Axel Hackes fürs Magazin dieser Zeitung, dem in den folgenden Jahren immer mehr Bücher mit immer mehr Kolumnen aus dem Magazin folgten, ohne dass die Verlegerin, der Autor oder die Leser dieser Kolumnen überdrüssig wurden.

Wissenschaftliche Publikationen waren seine Passion, sein bekanntester Verlag trug auch seinen Namen. Zum Tod des großen Buchmenschen und Netzwerkers Klaus G. Saur.

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