SZ 27.05.2026
17:12 Uhr

(+) Nachruf: Fleißiger Berserker


Der Fernseh- und Theaterregisseur Klaus Emmerich ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Mit der Serie „Rote Erde“ schuf er eine Art Gründungsmythos des Ruhrpotts.

(+) Nachruf: Fleißiger Berserker
Klaus Emmerich im Juli 1988. Imago

Die Bergarbeiter-Serie „Rote Erde“ war in den 80er-Jahren ein Ereignis. Bis heute gilt sie als Meilenstein des deutschen Fernsehens. Klaus Emmerich erzählte darin nach dem gleichnamigen Roman von Peter Stripp die Geschichte des Ruhrgebiets: eine Kohlenpott-Saga über einen Zeitraum von 70 Jahren, vom Kaiserreich bis zur NS-Diktatur, und zwar ganz aus der Perspektive der Arbeiter, der Kumpel. Es ging um die harte Maloche unter Tage, um Klassenkampf, Arbeiterbewegung, Solidarität, all dies vor dem Hintergrund der politischen Umbrüche Deutschlands. Die epische Wucht und realistische Härte dieser Fernsehfilmreihe (an der Kamera beteiligt: Joseph Vilsmaier) waren damals außergewöhnlich. „Rote Erde“ wurde zu einer Art Gründungsmythos des Reviers – und für den Regisseur Klaus Emmerich sein wohl größter Erfolg.

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