SZ 19.05.2026
00:09 Uhr

(+) Privatisierung: Bund startet milliardenschweren Verkauf des Energieriesen Uniper


Kaufinteressenten können sich bis Mitte Juni bei der Regierung melden. Um eine weiter sichere Gasversorgung zu garantieren, will Finanzminister Lars Klingbeil jedoch ein Faustpfand behalten.

(+) Privatisierung: Bund startet milliardenschweren Verkauf des Energieriesen Uniper
Der Energiekonzern Uniper beliefert etwa 1000 Stadtwerke und Industriebetriebe mit Erdgas. Federico Gambarini/dpa

Es war eine Operation am offenen Herzen, als die Bundesregierung Ende 2022 bei Uniper einsprang. Allein in den sechs Monaten zuvor hatte der Düsseldorfer Energiekonzern wegen ausbleibender Gaslieferungen aus Russland einen Verlust von sage und schreibe 19 Milliarden Euro eingefahren, nun drohte die Pleite. Mehr als 1000 Stadtwerke und Industriebetriebe hätten über Nacht ihren Gasversorger verloren, die Zukunft Dutzender Kraftwerke und Gasspeicher in Konzernbesitz wäre offen gewesen. Der Ampel-Regierung aus SPD, FDP und Grünen blieb keine Wahl: Mit einer Kapitalspritze in Höhe von 13,5 Milliarden Euro stützte der Bund das Unternehmen, das zugleich zu 99 Prozent in Staatsbesitz überging.

Uniper ist größter Gasimporteur des Landes. Nach Russlands Lieferstopp musste der Konzern mit Milliarden gerettet werden. Firmenchef Lewis spricht über die Zukunft des klimaschädlichen Erdgases – und über die von Unipers Atomkraftwerken.

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