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26.04.2026
15:19 Uhr
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Im Endspurt um die Champions-League-Ränge bringt sich RB Leipzig in eine gute Ausgangslage. Über die Zukunft von Trainer Werner wird dennoch debattiert.

Für den guten Zweck tritt selbst RB-Chef Oliver Mintzlaff (hinten) ausnahmsweise mal gerne auf der Stelle. Ronny Hartmann/AFP
Am Freitagabend wurde wieder allenthalben daran erinnert, dass Oliver Mintzlaff, Geschäftsführer von Red Bull, ehedem ein Spitzenläufer war. Er galt sogar zeitweise mit drei Triumphen als Rekordsieger des „J.P. Morgan Corporate Challenge“, wobei zeitweise in diesem Fall bedeutet: bis im Jahr 2024 die Entstaubung alter Siegerlisten zutage förderte, dass Matthias Luck, nicht Mintzlaff, Rekordsieger war. Dass Mintzlaffs Vergangenheit als Leichtathlet verhandelt wurde, lag daran, dass er am Rande des Bundesliga-Sieges von RB Leipzig gegen den 1. FC Union Berlin auf dem Laufband rund 20 Kilometer abspulte. Es ließe sich also sagen: Zur Unterstützung einer eng mit dem eigenen Konzern verbandelten Stiftung, die sich der Förderung der Rückenmarksforschung widmet, trat Mintzlaff, was er sonst angeblich eher widerwillig tut, auf der Stelle.
RB Leipzig macht das in dieser Saison eher nicht. Gleichwohl war vor dem Union-Spiel im Magazin Sport-Bild zu lesen, dass das sportlichen Führungsfiguren nicht unbedingt gedankt wird. Die Zeitschrift, die in RB-Angelegenheiten auffällig oft mit ausgezeichneten Insider-Informationen versorgt ist, hatte am Mittwoch verkündet, die Zukunft von Trainer Ole Werner sei „offen“. Weil Werners Vertrag nur bis 2027 laufe und RB ungern mit einem Trainer in ein letztes Vertragsjahr gehen wolle, stehe die Frage im Raum: „verlängern oder trennen“.
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Dabei las sich das Zeugnis, das Werner ausgestellt wurde, verblüffend negativ. Zwar stand Werner mit seiner Mannschaft schon vor dem Sieg gegen Union (der gleichbedeutend war mit der zweiten Niederlage von Marie-Louise Eta als Union-Trainerin) auf einem Champions-League-Platz. Werner habe sich rund um die Winterpause „auch eine Schwächephase“ geleistet, „nur drei Siege aus zehn Spielen eingefahren“. Zudem nutze er die Tiefe des Kaders „kaum“, damit werde die Entwicklung junger Spieler blockiert. „Ich war auch unter der Woche überrascht davon, dass es Thema wurde, weil wir alle sehr klar sind in der Art und Weise, wie wir miteinander sprechen, worum es jetzt geht. Und das ist in erster Linie erst mal, unser Saisonziel zu erreichen“, sagte Werner selbst beim TV-Sender Sky.
Leipzigs Aufsichtsratschef Mintzlaff freute sich vergleichsweise schmallippig über die gute sportliche Lage. Er vergaß dafür nicht, zu erwähnen, dass sich die Vereinsführung nach der Saison mit Werner zusammensetzen werde, um zu besprechen, „was gut war, was schlecht war“. RB-Sportgeschäftsführer Marcel Schäfer hingegen sprang Werner unmissverständlich bei. Schäfer erinnerte daran, dass Werner in seiner ersten Saison „einen Riesenumbruch“ moderieren musste – und nun dazu beigetragen habe, dass RB bei drei ausstehenden Spielen zwei Punkte hinter dem Tabellenzweiten Dortmund auf dem dritten Platz steht. „Selbst eine Rekordsaison ist möglich!“, bekundete Schäfer unter Verweis auf die Aufstiegssaison 2016/17, als RB Leipzig 67 Punkte holte. Jetzt steht der Klub nach dem 3:1 (Tore von Max Finkgräfe, Rômulo und Ridle Baku; Gegentreffer von Doekhi) bei 62 Zählern.
Sollte RB in den drei verbleibenden Spielen den Champions-League-Platz noch verteidigen, dürfte sich die Perspektive verbessern, dem ivorischen Ausnahmestürmer Yan Diomande einen Verbleib in Leipzig schmackhaft zu machen. Er sei nicht der Geschäftsführer Sport, betonte Mintzlaff, als hätte er bei RB nichts zu sagen. Wäre er es, „würde ich diesen jungen Spieler, der gerade erst noch nicht mal eine komplette Saison bei uns ist, auch nicht verkaufen, egal welcher Preis dort aufgerufen wird“, fügte er hinzu. Woraus sich zumindest lernen lassen sollte, dass er mit einem eventuellen Weggang des Ivorers nichts zu tun haben wird.
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