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19.04.2026
12:24 Uhr
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Die schwere Verletzung von Serge Gnabry schwächt den FC Bayern in der entscheidenden Saisonphase erheblich – und trifft auch Bundestrainer Nagelsmann hart.

Serge Gnabry absolvierte bislang eine herausragende Saison. Nun fällt er längerfristig aus. Markus Ulmer/Teamfoto/Imago
Die Wege der Verständigung zwischen dem FC Bayern und der Nationalmannschaft sind kurz, deshalb wurde Julian Nagelsmann am Samstagabend nicht überrascht, als der Klub kurz vor 21 Uhr die schlechte Nachricht im Land verbreitete. Ein Schock dürfte es für den Bundestrainer allemal gewesen sein, als er aus erster Quelle erfuhr, dass Serge Gnabry eine schwere Verletzung an der Adduktorenmuskulatur erlitten hat. Diese bedeutet mutmaßlich nicht nur das vorzeitige Saisonende für den 30 Jahre alten Angreifer, sondern könnte auch dessen Teilnahme an der WM verhindern. Die Erwartungen sind skeptisch.
Welcher Trainer den Ausfall mehr bedauert – ob Bayern-Coach Vincent Kompany oder WM-Coach Nagelsmann –, ist dabei allerdings zweitrangig. Am meisten betroffen ist naturgemäß Serge Gnabry, der zuletzt – so konstant und spielstark, wie er sich präsentierte – eines der besten Jahre seiner Karriere zu erleben schien. Gerade auch deshalb, weil er kaum mit Verletzungen zu tun hatte. Im Herbst verpasste er das Spiel gegen Borussia Dortmund wegen Adduktorenbeschwerden, am vorigen Samstag die Partie in St. Pauli wegen Knieproblemen – ansonsten war Gnabry regelmäßig in beiden Spitzenteams im Einsatz, beim FC Bayern und in der Nationalelf.
Ist Jamal Musiala schon wieder bereit für die großen Momente? Im Champions-League-Rückspiel gegen Real Madrid muss er das wohl sein. In der Nationalmannschaft ist auch ein anderer Plan denkbar.
Wie es zu der aktuellen Verletzung kam, darüber gab der Klub vorerst keine Auskunft. Mit dem Einsatz beim Champions-League-Spiel gegen Real Madrid (4:3) hatte sie offenbar nicht unmittelbar zu tun, am Abschlusstraining für das Match gegen den VfB Stuttgart hatte Gnabry am Samstagnachmittag teilgenommen. Anschließend stellte Mannschaftsarzt Jochen Hahne – zugleich der Orthopäde der Nationalmannschaft – den „Ausriss der Adduktoren am rechten Oberschenkel“ fest, von dem der Klub später berichtete. Das lässt darauf schließen, dass die Sehne betroffen ist. Man werde „längere Zeit“ auf Gnabry verzichten müssen, erklärten die Münchner. Nagelsmann ließ am Sonntag verlauten: „Es tut mir sehr leid für Serge. Das ist gerade im Saisonendspurt, in dem so große und wichtige Spiele anstehen, eine ganz bittere Nachricht.“ Er habe ihm am Samstagabend versichert, „dass wir auch in der Nationalmannschaft alle hinter ihm stehen. Wir alle werden ihn bestmöglich unterstützen.“
In den Planungen des Bundestrainers war Serge Gnabry bisher eine feste Größe. In sämtlichen acht Länderspielen seit dem Saisonstart hatte er der Startelf angehört. Wie beim FC Bayern erweiterte er auch im Nationalteam seinen Radius und sein fußballerisches Profil und nahm vermehrt die Rolle eines Spielgestalters in der offensiven Mitte ein. Auf ihn zu verzichten, würde Nagelsmann umso schwerer fallen, da es noch andere Fragezeichen in der Offensivabteilung gibt. Jamal Musiala und Kai Havertz haben nach langen Verletzungen noch an ihrem Spielrhythmus zu arbeiten. Havertz, im März bei den beiden Testspielen der Nationalelf in vollem Einsatz, kommt beim FC Arsenal lediglich als Einwechselspieler zur Geltung.
Musiala, den Kompany bisher schonend ins Team integriert und aufgebaut hat, wird nun wahrscheinlich im Hinblick auf die beiden Champions-League-Spiele gegen Paris Saint-Germain stärker in die Verantwortung genommen werden. Zumal Lennart Karl wegen einer Muskelverletzung vorerst keine Entlastung ermöglicht. Aus dieser Situation ergibt sich zwar die Chance, dass Musiala durch vermehrte Spielpraxis rechtzeitig wieder zu seiner besten Form findet. Zugleich zeigt das Beispiel von Serge Gnabry, dass im Finish der Saison kaum noch Zeit ist für die Erholung von einer Verletzung.
Serge Gnabry, 29, hat einen ungewöhnlichen Sommer hinter sich: Er war verletzt, hat bei der EM gefehlt und eine Stiftung gegründet. Mit der SZ spricht er über sein Projekt – und erklärt, was der geplante Umbruch beim FC Bayern für ihn bedeutet.
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