SZ 08.05.2026
11:11 Uhr

(+) Tankstellen: Spritpreise fallen auf tiefsten Stand seit zwei Monaten


Laut Ifo-Berechnungen wird der Tankrabatt aber noch nicht ganz weitergegeben.

(+) Tankstellen: Spritpreise fallen auf tiefsten Stand seit zwei Monaten
Momentan ist Sprit trotz Tankrabatt noch immer deutlich teurer als am letzten Tag vor Ausbruch des Iran-Kriegs. Doch die Preise sind zuletzt gesunken. Sebastian Kahnert/dpa

Die Spritpreise sind auf den niedrigsten Stand seit zwei Monaten gefallen. Ein Liter der Sorte E10 kostete im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Donnerstags 1,984 Euro, wie der ADAC mitteilt. Das waren 1,8 Cent weniger als am Mittwoch. Diesel sank um 3,1 Cent auf 2,025 Euro.

Am Vortag war es sogar noch etwas deutlicher nach unten gegangen, sodass sich für beide Spritpreise kräftige Rückgänge ergeben. Für E10 ist es der niedrigste Preis seit dem 8. März, für Diesel der niedrigste seit dem 4. März. E10 hatte seither nur einmal im bundesweiten Tagesschnitt weniger als zwei Euro gekostet – am 1. Mai, dem Start des Tankrabatts, danach waren die Preise sukzessive gestiegen, was auch zu Debatten über die Weitergabe des Tankrabatts führte.

Andreas Mundt, der Chef des Bundeskartellamts, das schon mal als „Ansammlung zahmer Stallhasen“ beschimpft wird, soll dafür sorgen, dass die Spritpreise sinken. Aber wie will er das schaffen?

Zum aktuellen Rückgang dürfte vor allem der sinkende Ölpreis beigetragen haben, der seit einem Hoch am Montag deutlich nachgegeben hat. Dennoch war E10 am Donnerstag nur 14,2 Cent billiger als am 30. April, dem letzten Tag vor Einführung der Steuererleichterung, die pro Liter 16,7 Cent ausmacht. Diesel war 19 Cent billiger.

Der ADAC und das Münchner Ifo-Institut waren zuletzt zu dem Schluss gekommen, dass der Tankrabatt nicht vollständig weitergegeben wird. Das Ifo-Institut beobachtet eine sukzessiv steigende, aber nicht vollständige Weitergabe. Mit den Preisen vom Donnerstag wurden laut Ifo-Experte Florian Neumeier bei E10 15 Cent und bei Diesel 14 Cent des Rabatts weitergegeben. Das Ifo-Institut zieht für seine Berechnungen unter anderem die Spritpreise in Frankreich als Vergleichswert heran.

Momentan ist Sprit trotz Tankrabatt noch immer deutlich teurer als am letzten Tag vor Ausbruch des Iran-Kriegs. Bei Super E10 sind es gut 20,6 Cent, bei Diesel 27,9 Cent.

Da die Spritpreise in einzelnen Regionen und an einzelnen Tankstellen stark schwanken, kann es hier aber starke Abweichungen geben. So waren am Morgen beispielsweise in München und Köln zahlreiche Tankstellen mit E10-Preisen unter 1,90 Euro pro Liter zu finden, in Berlin einige, in Hamburg kaum. In der Regel sind die Preise am späten Vormittag am günstigsten. Mittags springen sie dagegen meist stark, um danach wieder zu fallen. Seit dem 1. April gilt die 12-Uhr-Regel, nach der nur noch eine Preiserhöhung am Tag erlaubt ist.

Im Nachbarland gelten seit Jahren strengere Preisregeln bei Benzin und Diesel. Und auch der offizielle Spritpreisrechner funktioniert anders als die deutschen Tank-Apps. Experten heißen das gut.

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